Ich bin 33 Jahre alt, 165cm groß und sportlich. Im Oktober habe ich das erste Mal nach einem langen Lauf beim Vorbeugen einen schiessenden Schmerz gespürt. Daraufhin war ich beim Orthopäden, der einen eingeklemmten Nerv vermutete, mich einrenkte und mir zwei Spritzen in den Rücken gab. Aufgrund der „milden“ Diagnose habe ich weiter Sport betrieben und bin kurz darauf Langstrecke geflogen. Bei Ankunft hatte ich so starke Schmerzen, dass ich nicht mehr sitzen konnte. Die Ärztin vermutete aufgrund meiner Schmerzbeschreibung einen Bandscheibenvorfall. Das MRT bestätigte eine Bandscheibenprotrusion L5 mit Recessusenge S1 rechts. Der Vorfall hat sich bei mir vor allem dadurch ausgezeichnet, dass ich mich nicht mehr vorbeugen, die ersten 10 Wochen gar nicht sitzen konnte und ich durchgehend einen brennenden Schmerz im Fußknöchel verspürt habe.
Inzwischen hat sich nach 6 Monaten, 5 PRTs und Gabapentin 300mg abends seit 2 Monaten meine Funktionalität und mein Bewegungsradius verbessert. Ich habe keine einschießenden Schmerzen mehr, allerdings kann ich mich immer noch nicht wirklich weit nach vorne beugen und sitzen kann ich maximal so 15 Minuten am Stück 3 mal am Tag. Mein größtes Problem ist, dass wenn ich zu lange belaste, sprich in Form von stehen, sitzen oder gehen, verstärken sich die brennenden Schmerzen im Fußknöchel und breiten sich über den ganzen S1-Nerv aus. Ich habe dann einen Flare Up, der mehrere Tage andauert. Das Einzige, was funktioniert, ist Liegen.
Der Nervenschmerz ist nicht nur unfassbar schmerzhaft, sondern macht mich wirklich müde und schränkt mich komplett in meinem Alltag ein. Ich mache keinen Sport mehr (außer Physio, wenn es der Schmerz zulässt), ich gehe nicht mehr ins Büro, geschweige denn treffe ich Freunde zum Essen/Kaffee trinken/Kino/Einkaufen. Abgesehen davon, dass viele Aktivitäten Sitzen beinhalten, ist die Angst vor einem Flare Up und den Schmerzen ist zu groß.
Ich bin inzwischen wirklich ratlos, wie ich weiterverfahren soll. Ich habe mehrere Ärzte konsultiert, die mir alles etwas anderes raten von „bloß keine OP“ bis „ohne OP wird es nie besser“. Ich würde mich deswegen sehr über Erfahrungswerte freuen
Hier noch meine Diagnose:
Befund:
Die miterfassten Anteile des Myelons zeigen keine Signalstörung. Der Conus medullaris endet auf Höhe von LWK 1/2. Keine intra- oder extraspinale Blutung oder Blutung. Keine Wirbelkörperhöhenminderung. Keine Gefügestörung. Osteochondrose bei LW5/SW1. Unauffällige
Darstellung beider ISG. Kein umschriebenes Knochenmarksödem.
LW 4/5:
Breitbasige mediobilaterale
Bandscheibenprotrusion. Beidseitige Facettengelenksarthrose. Keine spinale oder neuroforaminale
Enge.
LW 5/SW 1:
Nach kaudal umgeschlagener mediorechtslateraler Bandscheibenprolaps.
Recessusenge von S1 rechts. Keine spinale Enge. Beidseitige Facettengelenksarthrose. Geringe
neuroforaminale Enge von L5 links.
Beurteilung:
Bandscheibenprolaps bei LW5/SW1 mit Recessusenge von S1 rechts.
Degenerative Bandscheibenprotrusion bei LW 4/5.
Keine spinale Enge.
Nach kaudal zunehmende
Facettengelenksarthrosen der LWS mit geringer neuroforaminaler Enge von L5 links.
Osteochondrose bei
LW5/SW1.
Sorry für den Roman und liebe Grüße
Anna