Hallo liebes Forum,
mein Name ist Ina und ich bin 61 Jahre alt. Dieses ist mein erster Beitrag in diesem Forum und ich bitte vorab um Entschuldigung, wenn ich zu unverständlich oder zu ausführlich schreibe. Ich bin da noch sehr unerfahren.
Als stiller Mitleser dieses Forums habe ich schon viel erfahren. Allerdings bin ich jetzt mit meinem Latein am Ende und hoffe, dass mir vielleicht jemand aus dem Forum weiterhelfen kann.
Meine Tortur begann im April 2024, als ich mit starken Schmerzen im Rücken, Nacken und Kopfbereich sowie Übelkeit / Erbrechen in die Notaufnahme meines örtlichen Klinikums eingeliefert wurde. So richtig etwas gefunden wurde nicht. Ich hatte auch das Gefühl, dass Sie mich eher schnell wieder loswerden wollten, in dem Sie mich mit Medikamenten vollgepumpt haben. Der Hausarzt sollte es richten.
Aufgrund der Schmerzen (Ausfallerscheinungen liegen nicht vor) bin ich dann zum Hausarzt und habe eine MRT der LWS, HWS sowie eine MRT der kompletten Wirbelsäule (privat bezahlt) machen lassen.
Alle Aussagen vom Hausarzt, Orthopäden und Neurochirurgen waren ähnlich mit der Aussage, dass ich altersbedingten Verschleiß der Wirbelsäule aufweise und dass das eigentlich nicht solche starken Schmerzen verursachen würde. Eventuell liegt eine leichte Nervenreizung vor, allerdings würde dieses Schmerzen in anderen Regionen verursachen. Ein akuter Bandscheibenvorfall liegt definitiv nicht vor.
Meine Schmerzen sehen zurzeit wie folgt aus, wobei die Medikamente welche ich einnehme nicht wirklich helfen:
linkes Bein
• starker Schmerz in Ruhephase im Liegen, kribbelnder Schmerz und zuckender Schmerz im Bereich linkes Bein von der Hälfte Oberschenkel bis Ende Wade
linke Schulter
• starker Schmerz gesamte linke Schulter bis Anfang Bizeps
hinterer Rücken
• starker hochziehender Schmerz von LWS bis Schulterblätter, verhärtete brennende schmerzende Nackenmuskulatur welche sich bis in den Hals und Kopf hochzieht, resultierend in starke Kopfschmerzen
Zurzeit nehme ich Tildidin Al. comp. 50 mg/4mg (1-0-1-0) und Etroricoxib 90 mg (1-0-0-0) sowie bei Bedarf 40 Tropfen Novaminsulfon 500 ein.
Muskelrelaxan (Methocarbamol, Tizanidin ) habe ich auch probiert, allerdings haben mich die Nebenwirkungen in Form von Nesselsucht und Bindehautentzündung wieder davon abgebracht.
Stimmungsaufheller wie Doxepin-Neuraxpharm haben mehr durch Nebenwirkungen geglänzt als zu helfen.
Des Weiteren habe ich schon Pregabilin 75 mg, Vimovo 500mg/20mg, Diclo Resinat 75 mg in Verbindung mit Pantoprazol probiert. Alles ohne Erfolg dafür mit vielen Nebenwirkungen.
Krankengymnastik habe ich auch ohne Verbesserung der Symptome mehrfach durch.
2 * wurde bereits eine Denervierung im Bereich der LWS ohne Erfolg durchgeführt.
Auf Empfehlung von meinem Orthopäden habe ich ein Übungsprogramm, welches ich mit leichten Abwandlungen bereits seit ca. 2 Jahren (ca. 4 bis 6 x/Woche, jeweils ca.40 Minuten) durchführe. Ich bin relativ beweglich. Allerdings sind auch diese Übungen ohne Erfolg.
Seit ca. 1 Woche habe ich mit den Übungen aufgehört, weil ich den Verdacht habe, dass durch die Gymnastik immer ein Nerv gereizt wird. Bis heute allerdings auch noch keine Verbesserung in Sicht.
Wärme tut mir gut.
Meine Ernährung habe ich seit ca. 2 Jahren auf anti-entzündlich umgestellt, wobei meine Ernährung auch vorher schon gesund war (kein Alkohol, Nichtraucher, wenig Fleisch).
Laut meinem Hausarzt soll ich erst dann eine Reha beantragen, wenn die Ursachen für meine Schmerzen eindeutig identifiziert sind.
Anbei meine Befunde in chronologischer Reihenfolge.
Befunde
04/2024 MRT-LWS
• mäßige Ostechondrose mit ventraler Spondylosis deformansim thorakolumbalen Übergang. Geringes Reizsyndrom der ISG rechts kausal betont
05/2024 CT Kopf
• Im Vergleich zur Voruntersuchung kein wesentlicher Befundwandel. Keine Blutung, keine Ischämie.
• Unverändert etwas verquollene Mark-Rinden-Differenzierung hochfrontoparietal bds.
05/2024 MRT-HWS
• Kein Bandscheibenvorfall, keine Myelopathie. Geringe Bandscheiben protusion im Segment C5/6 sowie C6/7
05/2024 MRT-LWS
• Aktuell kein entzündlicher oder tumoröser LWS Prozess.
• Kein Massen Bandscheibenvorfall, gröbere Spinalkanalstenose oder pathologische Listhesis.
• Minimale Fehlhaltung mit Drehlinks-Komponente. somit eher ein Facettensyndrom.
06/2025 MRT-LWS
• Im Verlauf keine wegweisende Befundänderung.
06/2025 MRT-WS
• regelrechte Lordose der HWS, Kyphose der BWS und Lordose der LWS, keine Olisthesis
• unauffällige kastenförmige Konfiguration aller Wirbelkörper und regelrechtes homogenes Knochenmarksignal; kein Knochenmarködem und keine Mehrverfettung (keine Osteochondrose).
• 5-gliedrige LWS, Conus medullaris in Höhe LWK 1. 1. Wirbelsäule ohne Gefügestörung mit geringen Bandscheibenprotrusionen zervikal und lumbal ohne erkennbare Relevanz. Nebenbefund einer Wurzeltaschenzyste/ Tarlov-Zyste Th6 rechts.
• geringe Spondylarthrosen lumbal, die nur fraglich als Schmerzursache in Betracht kommen. Diesbezüglich orthopädische Vorstellung angeraten: muskuläre Symptomatik?
07/2025 Neurochirurg
• Verschlechterung LWS 2024 zu 2025. L5/S1
• Zhysten, Protusion nicht ursächlich für Schmerzen
• Protusion L5/S1 müsste ins Bein bis zum Zeh ausstrahlen
• August Wiedervorstellung. Wenn keine Besserung dann Spritzen, wenn dann auch nicht besser Thermoverödung und zu guter letzt evtl. OP im Bereich L5/S1 auch wenn nicht ursächlich (in ähnlichen Fällen hat es geholfen).
08/2025 Notaufnahme Klinikum
• kein Bandscheibenvorfall,
• Lumboischialgie,
• weitere Behandlung durch Hausarzt und Orthopäde
08/2025 Notfalleinweisung Klinikum
• Thermalkoagulation LWS
o LWK 3-4
o LWK4-5
o LWK 5 SWK 1 beidseitig
• Thermalkoagulation erfolgt ohne Verbesserung der Symptome
08/2025 Notfall Klinikum
• CT Kopf und Nacken durchgeführt.
o CT Altersgemäßer zerebraler computertomografischer Befund ohne sichere Zeichen z. B. einer Blutung, eher groben Raumforderung
• CT HWS
o keine Fraktur nachweisbar und keine Spondylolisthesis.
o fortgeschrittene hypertrophe Spondylarthrose in Hohe HWK 4/5 rechts
o HWK 5/6 Iinks und in Höhe HWK 7/BWK 1 rechts
• Entzündungsparameter unauffällig.
09/2025 Neurochirurg
• Diagnose durch Identifizierung der lokalen Ursache durch gezielte Betäubung der Wirbel und Cortsion
o Wirbel LWS unten
o Wirbel LWS unten
• keine Identifizierung der lokalen Ursache möglich
10/2025 OP Denervierung
• Chronisches Wirbelsäulenschmerzsyndrom mit psychosomatisch verstärkter Schmerzverarbeitung und Reizzustand des Iliosakralgelenks
• Ubiquitärer schmerzinduzierter myofaszialer Hypertonus als somatoforme Schmerzkomponente
• Fortgeschrittenes degeneratives lumbosakrales Schmerzsyndrom bei multisegmentale Facettengelenksarthrose LWK 4 bis SWK 1 links
• Pseudoradikuläre Schmerzsymptomatik mit Beteiligung des posterioren sakralen Nervennetzwerks (PSN)
• Chronisches therapieresistentes Rückenschmerzsyndrom
Operativer Eingriff:
• Endoskopische Denervierung der dorsalen Rami in den Segmenten L3/4, L4/5 und L5/S1
• Computernavigierte endoskopische multisegmentale Facettenbehandlung LWK 4 bis SWK 1 bds. (Exzision von hypertrophiertem Facettengelenkgewebe inkl. Lig. mamilloaccessorium, Resektion bis an das Neuroforamen, Denervierung der Rr. dorsales mediales L4–S1)
• Computernavigierte endoskopische Denervierung im Bereich Sakrum und ISG bds. (gezielte Denervierung der Rr. dorsales L5, S1, S2, S3 sowie des posterioren sakralen Nervennetzwerks PSN, jeweils mit separatem Zugang und Resektion entzündlich degenerativ veränderter Strukturen)
• Operation Denervierung bis heute ohne Verbesserung der Symptome
12/2025 MRT-LWS aktuellste MRT[/U]
• unverändert mäßige linksbetonte Protrusion L4/5 mit geringer Irritation der Nervenwurzel L5 links. Keine ossäre Spinalkanalstenose oder Foramenstenose.
• Myelon/Cauda equina: Conus medullaris sowie Cauda equina imponieren unauffällig.
• Rückenmuskulatur: Muskelödem im Bereich der autochthonen Rückenmuskulatur (DD
• postoperativ/postinterventionell).
• ISG: Unauffällige IS-Gelenke ohne Hinweis auf eine Sakroiliitis.
• kein neuer Bandscheibenprolaps.
• weiterhin Facettengelenksarthrose ohne ossäre Spinalkanalstenose oder Foramenstenose.
[U]Befunde sortiert nach Wirbelbezeichnung
HWS-Befunde
C3/C4
• geringe mediane Protrusionen ohne Kontakt zu einem Spinalnerv
C4/C5
• jeweils geringe mediane Protrusionen ohne Kontakt zu einem Spinalnerv, Fortgeschrittene hypertrophe Spondylarthrose rechts
C5/C6
• geringe Bandscheibenprotusion
• fortgeschrittene hypertrophe Spondylarthrose in Höhe HWK 5/6 Iinks
C6/C7
• geringe Bandscheibenprotusion, wiederum geringere Protrusion, kein Nervenkontakt
C7/TH1
• fortgeschrittene hypertrophe Spondylarthrose in Hohe HWK 7/BWK 1 rechts
BWS-Befunde
Th5
• fokale venöse Erweiterung/ Ektasie wohl der V. azygos unmittelbar vor ihrer Mündung in die V. cava superior mit Erweiterung auf max. 24 mm Durchmesser bei sonst max. 10 mm Gefäßkaliber
Th6
• Nebenbefund einer Wurzeltaschenzyste/ Tarlov-Zyste Th6 rechts.
LWS-Befunde
L1/L2
• Leichte bilaterale Protrusion.
L2/L3
• Geringe bilaterale Protrusion. Facettengelenksarthrose.
L3/L4
• mäßig ausgeprägte Spondylarthrose, Etwas Spondylarthrosen verstärkt
• allenfalls geringe Spondylarthrosen
• geringe bilaterale Protrusion. Facettengelenksarthrose
• Thermalkoagulation erfolgt ohne Verbesserung der Symptome
L4/L5
• initiale Osteochondrose und flache mediobilaterlae bis intraforaminale Diskusprotusion mit zusätzlich horizontalem Einriss des Anulusfibrosus
• Spondylarthrosen verstärkt noch stärker links
• minimale zirkuläre Protrusion
• Osteochondrose, Spondylarthrose und Bandscheibenhernierung ohne Spongiosaödem oder Massenvorfall
• rechtsbetonte Protrusion
• mediobilaterale geringe Protrusion mit dorsalem narbigem Anteil, allenfalls geringe Spondylarthrosen
• mäßige mediale und linksbetonte Protrusion mit geringem Kontakt zur Nervenwurzel L5 links.
• Facettengelenksarthrose
• Thermalkoagulation erfolgt ohne Verbesserung der Symptome
L5
• geringer Bandscheiben-Nerven-Kontakte L5 bds
L5/S1
• rechts kleiner horizontalen Einriss des Anulusfibrosus mit möglicher Tangierung der S1 Wurzel rechts
• mäßig ausgeprägte Spondyalarthrose
• Spondylarthrosen verstärkt beidseits L5/S1
• breitbasige Vorwölbung rechts betont in Höhe LWK 5/SWK 1 ohne Nervenwurzelbeteiligung
• Spondylarthrosen verstärkt beidseits L5/S1
• breitbasige Vorwölbung rechts betont in Höhe LWK 5/SWK 1 ohne Nervenwurzelbeteiligung
• geringe mediale Protrusion. Der vormals abgrenzbare Bandscheibenvorfall rechts ist nicht mehr abgrenzbar
• Facettengelenksarthrose.
• keine ossäre Spinalkanalstenose oder Foramenstenose.
• Thermalkoagulation erfolgt ohne Verbesserung der Symptome
Osteopose-Untersuchungsergebnis
• normal
Seit längerer Zeit bin ich absolut verzweifelt.
Kein Arzt übernimmt Verantwortung und legt sich hinsichtlich der Ursachen für meine Schmerzen fest bzw. schlägt mir eine Therapie vor. Es werden immer nur Schmerzmittel und Krankengymnastik vorgeschlagen. Aufgrund der Diagnosen dürfte ich nicht solche starken Schmerzen haben. Ursachenforschung will keiner betreiben.
Vielen Dank fürs Lesen und ich würde mich sehr freuen, wenn jemand hier in diesem Forum mit Rat und Tipps unterstützen könnte. Was könnte mir weiterhelfen bzw. welche Untersuchungen zur Eingrenzung der Ursachen könnte ich noch machen?
Liebe Grüße
Ina