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Komplette Version Frage zum Rentenantrag

Bandscheiben-Forum > Rentenversicherungsträger
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Esperanza62
Hallo, noch einmal ich,

Ich habe noch eine Frage zum Rentenantrag. Ich habe mir nun die Arbeit gemacht und den gesamten Krankenverlauf in tabellarischer Form zu erfassen. Gleichzeitig habe ich alle Arzt- und Reha-Berichte, die mir vorliegen, kopiert und alles zusammen mit einer Aufstellung meiner umfangreichen Medikation in einer Akte zusammengefasst.

Was soll ich damit tun? Wäre es besser, diese Akte nun an meine Sachbearbeiterin bei der Rentenversicherung zu senden, in der Hoffnung, dass diese die Unterlagen an den Gutachter weiterleitet oder kann ich diese auch direkt an den Gutachter senden oder sollte ich diese Akte zum Gutachtertermin erst mitnehmen?

Mein Mann ist der Meinung, dass ich die Unterlagen an die Sachbearbeiterin der Rentenversicherung senden soll und auch nicht hinzuschreiben soll, dass diese diese Unterlagen an den Gutachter weiterleitet, da sie sich dann bevormundet fühlen könnte und dies meine Aussichten verringert. Weiterhin ist er der Meinung, dass es auch kein guter Stil wäre, die Unterlagen unangefordert, direkt dem Gutachter zuzusenden. Wie bereits in meinem vorherigen Bericht geschrieben, weiß ich wer dies sein wird, ich habe allerdings noch keinen Termin erfahren. Vielleicht bekomme ich ja mit der Terminvergabe die Aufforderung, evtl. Krankenberichte, etc. ihm vorab zu übersenden.

Wer hat hier Erfahrungen? Bin für jeden Hinweis dankbar.

Viele Grüße
Esperanza62
parvus
Hallole winke.gif

Ich hatte alle mir vorliegenden Befunde und Berichte bereits mit dem Rentenantrag eingereicht.

Warum hast du das nicht damals schon mitgeschickt?
Oder hattest du schon diverse Befundberichte beigelegt, um den Rentenantrag zu rechtfertigen/untermauern zu können?

Bei der Durchsicht deines Antrags hätte der med. Dienst sich so gleich ein aktuelles Bild machen und auch dem Gutachter eine vollständige Vorbefundung darlegen können.

Wenn du das alles jetzt dem Gutachter mitbringst, will der sich im Nachhinein ggf. nicht mehr durch den Papierwust von Befundberichten wurschteln und damit belasten.

Den tabellarischen Krankheitsverlauf und die Medikamentenliste würde ich ihm hinlegen, wenn es zum Anamnesegespräch kommt.

Das habe ich jedem Gutachter mitgebracht und dazu gesagt, dass ich es zur Erleichterung für ihn schon zusammengestellt hätte, da er diese Daten für die Anamnesefeststellung eh benötigt und ich aus dem Kopf in der Aufregung nicht alles zeitlich korrekt auf Knopfdruck abgerufen bekomme.

Die Gutachter nahmen das immer gerne entgegen, brauchten die doch nur abschreiben.

Mir ganz wichtig erscheinende und meistens zuletzt ausgestellte Befunde oder Klinikberichte, habe ich auch angeboten und dazu gesagt, dass die der DRV sicher aktuell noch nicht vorliegen würden ... so schaute er sich nämlich diesen Befund/Bericht genau an und ich konnte auch gezielt auf aktuelle Feststellungen in den Berichten verweisen daumen.gif

Aber das muss sich auf ein oder zwei aktuelle Befunde beschränken, sonst verlieren die das Interesse, denn wie gesagt, Stunden mit Aktendurchsicht wollen die meisten Gutachter nicht verbringen.

Sind es noch viele Befunde/Berichte, die der DRV nicht vorliegen, dann schicke den ganzen Papierwust zur Vervollständigung zum Antrag dorthin, auch die tabellarische Aufstellung usw.

Nimm aber trotzdem zum Termin, wie oben geschrieben, dem Gutachter die Mediliste und Aufstellung mit, sowie ein zwri Befunde/Berichte die dir wichtig sind!

Viel Erfolg smilie_up.gif smilie_up.gif parvus
knut1956
Hallo und guten Morgen,
die Befunde hatte ich gleich mit dem Rentenantrag eingereicht. Hast du den Rentenantrag gestellt ohne irgendwelche Befunde mit zu senden? Auch den Bescheid des Versorgungsamtes über die feststellung der Schwerbehinderung, hatte ich beigelegt. Den Antrag hatte ich bei der Gemeinde gestellt und diese hat auch meine vorgelegten Arztberichte entgegen genommen.

Der Gutachter hatte dann im Termin sämtliche Berichte von der DRV vorliegen. Einen Bericht, den ich erst erhalten hatte, legte ich dem Gutachter noch vor. Eine Aufstellung meiner Einschränkungen und eine Selbsteinschätzung nahm ich auch mit. Dort führte ich auf was ich nicht mehr machen kann, welche Medis ich nehme und wie ich mich fühle.

Allerdings dauerte es ca 6 Wochen bis das Gutachten bei der DRV eintraf. Ich hatte die DRV gebeten mir eine Kopie zu zu enden, was auch zeitnah erfolgte. Zwei Wochen später bekam ich den Rentenbescheid. Während dieser Zeit telefonierte ich alle 2 Wochen und erkundigte mich bei der DRV nach dem Bearbeitungsstand. Die Sachbearbeiterin war immer bemüht mich auf dem laufenden zu halten und sehr freundlich.

Die Rente beantragte ich am 6. Oktober 2014 der Bescheid erfolgte am 19. Januar 2015 also etwas mehr wie drei Monate.

Fazit...wenn du alle ärztlichen Befunde gleich dem Rentenantrag beifügst und auch vorher schon dein Rentenkonto in Ordnung bringst, dann wird die Bearbeitungszeit erheblich verkürzt. Denn die DRV fordert die Befunde alle an und das kann dauern.

Wünsche dir alles Gute
Knut kopfklatsch.gif
Esperanza62
Hallo,

und vielen Dank für Eure Antworten. Es war so, dass ich den Rentenantrag zusammen mit einem ehemaligen Chef der hiesigen DAK gestellt habe. Er ist in Rente, selbst schwerbehindert und macht dies ehrenamtlich. Eigentlich wollte ich nur eine Beratung, ruckzuck war dann aber der Antrag ausgefüllt. Der Herr fragte mich nicht nach irgendwelchen Befunden und ich war im Moment auch nicht darauf vorbereitet. So ging der Antrag erst einmal ohne all diese Unterlagen heraus. Nachdem ich mich jetzt hier im Forum schlau gemacht habe, habe ich das natürlich sofort nachgeholt. Mein Rentenkonto ist bereinigt und alle Unterlagen, wie Arzt- u. Rehaberichte habe ich heute zusammen mit der Mediliste und dem tabellarischen Krankheitsverlauf, alles zusammen schön in einer Akte abgeheftet (für den Gutachter. Ich hoffe, wenigstens, dass diese Akte von der Sachbearbeiterin der DRV dorthin übersandt wird) und an die DRV geschickt. Den chronolog. Krankheitsverlauf mit der Medi-Liste hatte ich allerdings bereits Mitte Januar an die Sachbearbeiterin der DRV gesandt. Mittlerweile sind allerdings neue Befunde hinzugekommen und auch neue Medikamente. Aber jetzt ist alles vollständig bei der Rentenversicherung. Eine Untersuchung steht noch aus und somit ein Gutachten, dieses werde ich dann direkt mit zum Gutachter nehmen.

Nun aber noch eine Frage: Heute bekam ich Post von meiner Krankenkasse. Es ging um einen Reha-Antrag den ich stellen sollte. Ich rief dort an und teilte mit, dass ich doch einen Rentenantrag gestellt hätte. Der zuständige Sachbearbeiter entschuldigte sich überschwänglich bei mir und klärte mich darüber auf, dass dieses Schreiben ein Versehen sei. Es sei vielmehr so, dass die Gutachter des med. Dienstes der KK nach Aktenlage entschieden hätten, dass man mich von dieser Seite aus für erwerbsunfähig hält und diese Einschätzung habe man auch an die Rentenkasse weitergeleitet. Er meinte, das sei erst einmal ein gutes Zeichen für mich.

Seht Ihr das auch so, oder wollen die mich nur möglichst schnell loswerden, da ich die KK ja noch bis August Geld gekostet hätte?

Aktuell nehme ich als Medikation: 2 x 60 mg Morphin täglich, Novalgin in Schmerzspitzen, für meinen Blutdruck: Micardis 80 mg, Nitripress und HCT-Beta. Für die gerade festgestellte Achalasie (seltene, unheilbare Erkrankung der Speiseröhre): ein weiteres Herzmittel Nife CT 20 mg (dieses Mittel wirkt wohl bei dieser Erkrankung auch) gegen die Depressionen u. Schmerzen: Amitriptylin 25. Gegen meine Gastritris, aufgrund des jahrelangen Ibu-800er-Verbrauchs Ameprazol 40 2 Tabl./tägl. und last but not least: Damit ich schlafen kann: Zopliclon nach Bedarf.

Wenn ich das so gesammelt vor mir sehe, sollte ich mich eigentlich nicht wundern, dass es an der Arbeit einfach nicht mehr gehen will. Ich kann nur hoffen, dass dies der Gutachter auch so sieht und ich an einen Menschen geraten werde.

Liebe Grüße und allen gute Besserung
Esperanza62
Esperanza62
liebe Parvus,
ich habe nun schon einige deiner Beiträge im Forum gelesen und halte sie für sehr hilfreich. In einem deiner Beiträge schreibst Du, dass Du täglich Morphin 100 gegen die Schmerzen einnimmst. Ich nehme auch Morphin 120 und in Schmerzspitzen bisher Ibu 800, und jetzt, nachdem mein Magen völlig kaputt ist und ich auch noch an einer erosiven Gastritis leide, nehme ich Novalgin Tropfen. Jemand wie Du, der ebenfalls unter Morphin lebt, weiß genau, wie es mir geht. Man leidet ja selbst am meisten darunter, dass man nicht mehr so leistungsfähig ist, wie man es einmal war. Es kränkt und demütigt einen sehr, wenn man ständig an der Arbeit hört: "das hatte ich Ihnen aber gesagt!" Ich war mal so eine Topkraft mit einem irren Gedächtnis und jetzt vergesse ich so viele Dinge. Meistens bin ich müde und würden es meine Schmerzen zulassen, würde ich gar nicht mehr aufstehen. Seit 7 Jahren bin ich wegen Depressionen in psych. Behandlung, aber letztendlich bist du am Ende des Tages doch alleine mit deinen Schmerzen. In den 10 Jahren nach der OP der Brustwirbelsäule ging es schleichend bergab, bis Anfang 2014 ein Verdrängen einfach nicht mehr möglich war. Die Schmerzen fraßen mich auf, ich kämpfte ständig mit Müdigkeit. Teilweise kniff ich mich so in den Oberschenkel, dass ich blaue Flecke hatte, weil ich Angst hatte, ich schliefe vor dem Computer wieder ein.
Nun wurde noch eine unheilbare Erkrankung meiner Speiseröhre (Achalasie) festgestellt. Sie ist behandelbar, wird aber immer weiter voranschreiten. Schon jetzt fällt mir das Essen schwer, irgendwann wird es vielleicht kaum noch möglich sein, dann stehen neue, risikoreiche Behandlungen an. Auf der einen Seite nimmt man Morphin, auf der anderen Seite werde ich immer schwieriger Nahrung aufnehmen können und wahrscheinlich in Zukunft auch immer mehr abnehmen, wo soll da noch die Kraft zum Arbeiten herkommen, die doch jetzt schon fehlt.
Ja, und dann lese ich, wie lange Du gebraucht hast, um die Rente zu erhalten, obwohl Du doch auch - wie ich - von der Krankenkasse schon den Bescheid hattest, dass die Gutachter dort entschieden hatten, die EU-Rente anzuerkennen. So viele Gutachten hast Du vorlegen, aber auch über dich ergehen lassen müssen. Waren das alles Gutachten bei bestellten Gutachtern des DRV? Oder ärztl. Berichte von behandelnden Ärzten. Wenn das Erstere zutrifft, bekomme ich noch mehr Angst. Ich weiß nicht, ob ich das alles durchhalten werde. Im August steuert mich die KK aus, dann bekomme ich Geld vom Arbeitsamt (ich habe aber noch eine ungekündigte Stellung bei meinem AG. Ich bin ja 60 % schwerbehindert und die würden und müssten mich ja auch wieder nehmen), aber ich frage mich, wie lange zahlt denn dann das Arbeitsamt, bevor dort auch Schluss ist. Wird mich irgendwann der finanzielle Zwang wieder an den Arbeitsplatz zurück treiben, an einen Ort, wo man mich doch gar nicht mehr haben will. Wo sie sehr schnell vergessen haben, wie viel wertvolle und gute Arbeit ich in 20 Jahren dort geleistet habe.
Heute Abend bin ich doch sehr hoffnungslos, obwohl heute bei der Nachricht der KK, dass sie eine Rente befürworten und dies der DRV mitgeteilt hätten, ein kurzes Flämmchen der HOffnung aufgelodert war. Ich weiß schon, dass man es vorher nie so genau sagen kann. Ich habe ja auch Berichte von Menschen hier im Forum gelesen, bei denen alles in wenigen Wochen durch war und die auch nicht wesentlich schlimmere Erkrankungen vorweisen konnten als ich, aber ich muss zum Gutachter und die mussten es eben nicht.

Naja, ich werde ja sehen...
Dir noch einmal lieben Dank für deine Ratschläge

liebe Grüße und gute Nacht
Esperanza16
knut1956
Hallo und guten Morgen,
das mit der KK, das sie die Rente befürwortet, würde ich nicht sehr ernst nehmen. Es kommt einzig auf die ärztlichen Befunde und auf den Gutachter an. Der MDK der KK hat mich damals auch aufgefordert einen Reha Antrag zu stellen. Was ich auch tat, weil ich dazu verpflichtete wurde. Sonst hätte man mir das Krankengeld entziehen können. Das ist wohl üblich so bei längerer Krankheit.

Deine Ärtzte sollten natürlich voll hinter dir stehen. Du kannst jetzt eigendlich nur noch abwarten auf den Gutachter Termin. Geh dort ganz entspannt hin und nehme eine Vertrauensperson mit. Ich hatte meine Frau mitgenommen. Das gab mir das Gefühl nicht ausgeliefert zu sein.

Mein persönlicher Rat ist, lass dich bei dem Gutachter nicht auf lange Gespräche oder Diskussionen ein. Das Ergebnis wird er dir sowieso nicht gleich mitteilen. Und was er aufs Papier bringen wird, ist manchmal etwas anderes als man nach dem Termin denkt. Vieleicht schildern dir ja noch andere Bandis ihre Erfahrungen darüber. Dies stellt nur meine persönliche Meinung dar. Natürlich nagt die warterrei an einem und der Kopf ist voll damit.

Ich wünsche dir alles Gute
Gruß Knut zwinker.gif
Harro
Moin moin Esperanza,
Zitat
dass man mich von dieser Seite aus für erwerbsunfähig hält

nun das ist eine Meinungsäusserung des MDK und hat bei der DRV den Wert von Schmutz unter dem Fingernagel,
so hart muss man es leider ausdrücken.
Dort zählt nur was die eigenen Ärzte und Gutachter feststellen wie Knut schon geschrieben hat.

So auch in meinen Fall und es folgte ein längerer Streit mit der DRV rolleyes.gif

Vielleicht schickt dich die DRV vorher noch auf eine Reha um dich dort zu begutachten und diese kann
hilfreich sein zumal wenn es eine begleitende Psychosomatische ist zwinker.gif

Wünsch dir viel Erfolg, Harro winke.gif

PS. Wegen der bevorstehenden Aussteuerung bitte hier lesen: http://www.diebandscheibe.de/wissen/37-wis...ssteuerung.html
Esperanza62
Hallo und guten Tag,

ja, ich hatte es mir ja fast selbst schon gedacht, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Also, egal was die Krankenkasse meint oder vorschlägt, die DRV interessiert es nicht. traurig2.gif

Mal sehen, ob man mich nach dem Gutachter nochmal in eine Reha schickt. In der letzten Reha, das war so eine Kombination aus Psychosomatik und Orthopädie (Schmerz), wurde ich ja nach den 6 Wochen noch drei Monate krank geschrieben mit dem Vermerk, dass danach eine Überprüfung der weiteren Leistungsfähigkeit stattfinden sollte.
Also für mich als Laie hört sich das so an, als hätte man damals schon Zweifel gehabt, ob es mit der Arbeit weiter funktionieren wird und das hätte man dann nach diesen drei Monaten prüfen wollen. Ich bin dort aber nicht mehr hin, mir waren schon die sechs Wochen Abwesenheit an der Arbeit sehr unangenehm und da habe ich im Traum nicht daran gedacht, meine Leistungsfähigkeit überprüfen zu lassen. Ich bin hin zur Arbeit und habe mich weiter durchgequält.

Was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, war, dass der Gutachter oder Arzt in der Reha doch gesehen haben muss, wie es mir ging. Auch damals nahm ich schon Morphin und kämpfte mit diesen furchtbaren Schlafattacken am Tag und Schlaflosigkeit in der Nacht. Das Verrückte ist ja, dass ich dieses hohe Schlafbedürfnis gar nicht als Folge meiner ganzen Medis gesehen habe, ich dachte, ich müsste mich nur mehr zusammenreißen und wie unhöflich es wäre, während eines Vortrages in der Reha einfach einzuschlafen. Ich war zu dumm, ich hätte es einfach laufen lassen sollen.
Meine gesamten Mitpatientinnen und -patienten kamen bereits aus längerem Krankenstand. Ich war die einzige, die eine Op an der Brustwirbelsäule hinter sich hatte und Morphine einnahm. Alle anderen und ich meine wirklich alle anderen, waren fast jeden Abend in diesen sechs Wochen in Kneipen unterwegs. Ich bin ein einziges Mal mitgegangen, aber auch nur, weil ich nicht in eine Außenseiterrolle gedrängt werden wollte und auch da bin ich nur eine Stunde geblieben. Ich habe mich in den freien Zeiten ausschließlich auf meinem Zimmer aufgehalten, bin nie raus gegangen, weil ich zu müde und zu traurig, depressiv war. Von meinem Psychologen bekam ich tägliches Verlassen des Gebäudes für mind. 10 Minuten verordnet. Das war mein Kontakt nach außen. Die Schmerzen jede Nacht, weil ich eine Matratze gar nicht mehr gewöhnt war. Ich schlafe seit vielen Jahren in einem Wasserbett, etwas anderes geht gar nicht mehr oder ich liege die ganze Nacht mit Schmerzen wach oder ich nehme starke Schlafmittel.

Und dann steht am Ende im Gutachten, dass man noch über sechs Stunden arbeitsfähig sei, aber auf der anderen Seite wird man drei weitere Monate krankgeschrieben mit anschließender Leistungsüberprüfungs. Zu diesem Zeitpunkt habe ich bereits nur halbtags gearbeitet, bin mittags nach Hause gekommen, ins Bett gegangen und vor Erschöpfung habe ich den Rest des Tages verschlafen.

Wie passt so etwas nur zusammen?
Eine einzige Mitpatientin, sie war schon um die 60 Jahre, bekam die Rente durch. Alle anderen wurden abgewiesen.

Ich weiß auch und finde es auch richtig, dass genau geprüft wird, aber für jemanden der wirklich nach 1o Jahren Leidensweg, der ja auch dokumentiert werden kann, einfach am Ende seiner Kräfte ist, wäre es richtig und wichtig, dass man seinen Zustand ernst nimmt und ihm weitere Leiden erspart. Es ist doch so schon alles schwer genug. Ich wäre auch lieber gesund, belastbar und vor allen Dingen schmerzfrei. Das wäre es: Wenigsten noch einmal einen einzigen Tag in meinem Leben völlig schmerzfrei zu sein. Atmen zu können, ohne Schmerzen! Wie wundervoll wäre das.

So, nun habe ich genug gejammert. Sorry!

Eigentlich wollte ich Euch für Eure Antworten danken.

Liebe Grüße
Esperanza62
Esperanza62
Hallo und guten Abend,

heute kam nun die ersehnte (und auch gefürchtete) Post vom Gutachter der DRV und darin steht nun der Termin für Ende März fest.

Ich bin froh, dass es nun bald so weit ist. Dieser Zustand zerrt doch extrem an meinen Nerven. Übrigens war es am Ende doch so, dass meine der Rentenversicherung nachgereichten "Kranken-Unterlagen", wie Arzt- und Rehaberichte, gesammelt an den Gutachter weitergegeben wurden.

Zum Termin soll ich lediglich meine gesamten Medikamente mitbringen und das sind so einige. Das finde ich schon einmal sehr gut. So kann sich der Arzt, der einen ja überhaupt nicht kennt, ganz konkret einen Eindruck darüber verschaffen, wie viele Medikamente man täglich einnehmen muss, um den Alltag einigermaßen zu bestreiten.

So, jetzt wird es bald eine Entscheidung geben und die Ungewissheit ist vorbei. Ich hoffe natürlich sehr, dass der Gutachter meinen gesundheitlichen Zustand objektiv und vor allen Dingen fair bewertet und dass mir schlechte Erfahrungen, wie sie ja schon etliche der Forumsbesucher gemacht haben, erspart bleiben.

Liebe Grüße

Esperanza 62

P.S. Habe leider versehentlich gerade eben mit diesem Text ein neues Thema eröffnet. Sorry! Das wollte ich eigentlich nicht. leider kann ich es nicht mehr löschen. Thematisch gehörte es aber hier her.
parvus
Hallo Esperanza winke.gif

Jetzt steht der Gutachtertermin fest und du wirst sehen, die Zeit bis zum Termin wird vergehen, du darfst dich nur nicht innerlich bis dahin verrückt machen.

Bedenke, auch ein GA ist lediglich ein Mensch, der einen an ihn gestellten Auftrag zu erfüllen hat.

Wie am Ende der Verlauf sein wird, was der GA befunden und dokumentieren wird, wie sein Gutachten von der beauftragten Stelle (DRV) ausgewertet und beurteilt wird, auf das alles hast du keinen Einfluss.

Selbst wenn der Gutachter feststellen sollte, dass ein eingeschränktes Leistungsvermögen, eine EM bei dir vorliegt, so kann es noch sein, dass die DRV am Ende der Feststellung und der Empfehlung des GA nicht Folge leisten und deinen Antrag ablehnen wird.

Es kann auch sein, dass die DRV ihren Leitspruch "Reha vor Rente" anwendet und dich erneut zur Reha schickt.

Doch es kann aber auch alles optimal und positiv schnell laufen und auch die DRV anhand der Befunde bereits deine Leiden und eine EM anerkennen, was ich dir von Herzen wünschen würde streicheln.gif

Weiter oben fragtest du, was nach der Aussteuerung durch die KK kommt.
Es ist richtig, dass du dich, sobald dir die KK das Aussteuerungsdatum mitteilt, bei der Agentur für Arbeit (AFA) melden solltest, um deinen ALG I Anspruch aufgrund Paragraf 145 SGB III (Nahtlosigkeitsregelung) geltend zu machen.

Dieser Anspruch entsteht, wenn gutachterlich auch durch den ärztlichen Dienst der AfA ein gemindertes Leistungsbild festgestellt wird und du dich mit deinem "Restleistungsvermögen" f i k t i v der AfA zur Verfügung stellst.

Viele sind dann irritiert weil sie denken, ich kann mich doch der AfA und dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stellen, ich habe doch noch einen ungekündigten Arbeitsplatz (den auch auf keinen Fall kündigen!)und ich bin außerdem krank (eine AU-Bescheinigung weiter vom Arzt ausstellen lassen und an den AG wie gewohnt reichen, die Kopie abheften nicht der AfA einreichen, sonst streichen die nach 6 Wochen die Leistung, weil du nicht "fiktiv" zur Verfügung stehst) und der Rentenantrag läuft (das bedingt die Nahtlosigkeit, bis über den Rentenantrag rechtsgültig entschieden wurde, oder der ALG I Anspruch erlischt).

Nicht all das weiß man und muss man auf Anhieb verstehen, doch dazu kann man sich durchfragen daumen.gif

Habe auf keinen Fall vor irgendetwas Panik, was da alles nun in Bewegung kommt, das ist lediglich der normal Ablauf, der meistens bestritten werden muss, auf dem Weg zur Anerkennung einer EMR.

Jetzt gehe unbedarft zum Gutachten, sei du selbst, verharmlose oder verschlimmere deine Krankheiten nicht, sei offen und ehrlich bei deinen Antworten, plaudere aber nicht über Dinge die den GA nichts angehen oder nach denen er nicht fragt, wer weiß wie es ausgelegt wird, ich war mit privaten Erzählungen immer sehr sparsam umgegangen.

Etwas möchte ich noch richtigstellen, ich bin lediglich auf 37uq Fentanylpflaster eingestellt und nicht auf 100 mg Morphine am Tag. Nicht relevant, nur so zur Info.
Und ja, es waren diese Menge an gutachterlichen Stellungnahmen bei mir, die alle zur Leistungseinschätzung erfolgten (davon aber auch drei MDK-Gutachten und zwei ä.D. der AfA-Gutachten nach Aktenlage).

Falls wir uns vorher nicht mehr lesen sollten, alles Gute und viel Erfolg für den GA-Termin streicheln.gif parvus
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Übersetzt und modifiziert von Fantome et David, Lafter