Bandscheiben-Forum

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> Vertrauensverlust in Körper nach HWS OP?, Angst vor fast allem
Eireen
Geschrieben am: 06 Mai 2026, 12:23


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Hallo liebe MitHWSler,

vor genau einer Woche hatte ich meine HWS-OP C6/7 mit Cage unverplattet.

Es ist alles gut verlaufen, die Wundheilung wunderbar, postoperative Nackenschmerzen total normal. Die NC ist zufrieden.

Aber ich erkenne mich mental nicht wieder. Gefühlt habe ich vor allem Angst. Angst, falsche Bewegungen zu machen, Angst, alleine die Wohnung zu verlassen, Angst zu duschen, wenn niemand da ist. Bewege ich mich genug oder zu viel?
Wieso google ich ständig nach möglichen Warnsignalen nach einer HWS-OP, nach der Wahrscheinlichkeit, dass ein Cage verrutschen kann usw.

Paradox: mein Ausflug via Taxi zur Kontrolle gestern hatte mich vorab zwar Nerven gekostet, so aufgeregt war ich, aber es war wunderbar, wieder draußen zu sein. Super, dachte ich, ein guter Anreiz, gleich morgen eine kleine Runde um den Block zu gehen. Und was ist? Ich bin immer noch im Schlafanzug. Da werde ich heute wohl auch bleiben. Grummel.

Ich bin nur noch Hals. Und Hirn, das nicht läuft, wie ich es kenne.

Ist das normal oder werde ich zum Hypochonder?

Sagt mir bitte, dass ihr das kennt. Was hat euch Mut gemacht? Wie sind/waren eure Erfahrungen?

Liebe Grüße
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Pauline69
Geschrieben am: 06 Mai 2026, 16:48


PremiumMitglied Silber
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Liebe Eireen,

herzlich Willkommen bei uns im Forum!

Ohne Dich zu kennen, ist es schwer irgendeine Äußerung dazu abzugeben.

Ich kann nur von mir sprechen.
Ich bin 2x im Abstand von 4 Jahren an der Halswirbelsäule über insgesamt 3 Etagen versteift worden.
Ende 2018 bei C5/C6 und C6/C7 und Anfang 2024 bei C4/C5.

In beiden Fällen bin ich bereits am OP Tag aufgestanden, am Folgetag nach der Operation auf dem Klinikgelände, draußen, spazieren gegangen.
Zu Hause angekommen habe ich mich komplett eigenständig versorgt, inclusive duschen, Haare waschen, essen zubereiten und leichte Haushaltstätigkeiten.
Die Halswirbelsäule ist nach einer Operation stabil, normale, sanfte Bewegungen machen ihr nichts aus und sind kein Problem.

Für einen Cage werden die beiden benachbarten Wirbelkörper leicht auseinander gezogen, der Cage wird also unter leichter Spannung zwischen die Wirbelkörper platziert.
Somit sitzt er unter leichtem Druck zwischen den Wirbelplatten und ist von Anfang an recht stabil.
Vermeiden sollte man, insbesondere die ersten 6 Wochen, endgradige Bewegungen des Halses und schweres Heben.

Du könntest durchaus draußen spazieren gehen und Dich auch in der Wohnung frei bewegen.
Normale Bewegungen im schmerzfreien Bereich sind erlaubt.
Mit einer leichten und ausreichenden Bewegung kannst Du nichts verkehrt machen, nur liegen ist absolut falsch!
Deine gesamte Muskulatur würde erschlaffen. Dies wäre wiederum sehr kontraproduktiv für Deine gesamte Wirbelsäule, inclusive der frisch operierten Halswirbelsäule.

Wenn ein Cage verrutscht, liegt das eher nicht an bedachten, falschen Bewegung, sondern eher an dem knöchernen Zustand Deiner Wirbelkörper. Natürlich soll man nichts übertreiben und sich in den ersten 6-12 Wochen an die Anweisungen des Arztes halten.

Wie kommt es zu dieser Angst?

Gute Besserung und liebe Grüße,
Pauline
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Eireen
Geschrieben am: 07 Mai 2026, 07:57


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Guten Morgen Pauline,

danke für deine Antwort.

Ich bin gestern noch eine Runde um den Block gegangen. Zwar etwas wackelig und im Schlafanzug mit langem Mantel drüber, aber ich bin gegangen.

Ich habe hier im Forum schon viel gelesen und bin beeindruckt von der, ich sage mal, mentalen Stärke vieler, die schon mehrere OPs hinter sich gebracht haben. Vielleicht ist das genau der Punkt? Bisher hatte ich lediglich eine Knieoperation. Knackpunkt nach dieser OP war, denke ich, dass meine Tochter gerade 3 Monate alt war, wir für eine Weile eine Hilfe hatten, die sich hauptsächlich um meine Tochter kümmerte. Nicht ich. Ich glaube, dass die Sorge, wieder komplett auszufallen, daher rührt.

Den Großteil der Hausarbeit mache ich schon wieder, versorge mich auch selbst, alles aber immer mit innerer Unruhe und der Furcht, etwas zu tun, was meinen Heilungsprozess gefährden könnte. So ist das.

Liebe Grüße und einen schönen Tag für dich

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