Bandscheiben-Forum

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> L5/S1 BSV unerträgliche Nervenschmerzen
Anni62
  Geschrieben am: 18 Mär 2026, 19:20


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Hallo zusammen,

ich wollte hier einmal meine Situation schildern und hoffe sehr auf eure Erfahrungen und etwas Mut.

Ich habe seit Anfang des Jahres Beschwerden im Bereich L5/S1. Die Schmerzen haben ins Bein ausgestrahlt, waren aber zunächst noch gut auszuhalten – vor allem spürbar beim Autofahren und bei längeren Strecken zu Fuß.

Mitte Februar war ich dann krank und habe am 26.02. im Bett stark gehustet. In dem Moment habe ich plötzlich gemerkt, dass im unteren Rücken „etwas passiert ist“. Der Schmerz war extrem, ich habe vor Schmerzen geschrien. Seitdem hat sich alles deutlich verschlechtert.

Ich war beim Arzt, habe ein MRT bekommen und dort wurde ein Bandscheibenvorfall L5/S1 bestätigt (MRT-Bericht kann ich bei Bedarf posten). Seitdem habe ich zwei PRT/PAT-Spritzen bekommen – die letzte war allerdings so schmerzhaft, dass ich das ehrlich gesagt nicht nochmal machen möchte. Leider habe ich bisher auch keine wirkliche Verbesserung gespürt.

Zu mir: Ich bin 36 Jahre alt, 1,73 m groß, leicht übergewichtig und mache aktuell keinen Sport.

Was mir im Moment am meisten zu schaffen macht:Ich erhole mich einfach nicht von den Schmerzen. Seit dem 26.02. nehme ich täglich Schmerzmittel. Anfangs Novalgin und Ibuprofen im Wechsel, mittlerweile nur noch Ibuprofen, da ich auf Novalgin vermutlich allergisch reagiert habe (Fieber, Halsschmerzen). Magenschutz nehme ich dazu.

Die stärksten Schmerzen habe ich tatsächlich im Bein. Es sind weniger die Rückenschmerzen, sondern eher massive Schmerzen entlang der Rückseite – Gesäß, Oberschenkel, Kniekehle und Wade. Dazu kommen immer wieder krampfartige Schmerzen, vor allem wenn ich etwas länger stehe oder laufe. Diese zwingen mich dann regelrecht, mich sofort hinzulegen.

Zusätzlich habe ich leichtes Ameisenlaufen bzw. Taubheitsgefühle im Zeh. Der Zehenstand ist aber noch möglich.

Meine Fragen an euch:

Wie lange darf man Ibuprofen in so einer Situation überhaupt nehmen?

Wann habt ihr mit Physiotherapie begonnen? Direkt oder erst nach einer gewissen Zeit?

Wie finde ich eine gute Physiotherapie, ohne Angst haben zu müssen, dass etwas „verschlimmbessert“ wird?

Ist es besser, den Nerv möglichst ruhig zu halten oder sich trotzdem zu bewegen?

Aktuell halte ich die Schmerzen am ehesten aus, wenn ich auf dem Bauch liege. Das ist aber natürlich keine Dauerlösung, zumal mir dadurch inzwischen der obere Rücken auch wehtut.

Was mich zusätzlich verunsichert:Wenn ich mir meinen MRT-Bericht als Laie durchlese, klingt das alles gar nicht so dramatisch – aber die Schmerzen sind wirklich extrem. Das passt für mich irgendwie nicht zusammen.

Ich habe große Angst, dass das Ganze chronisch werden könnte. Ich bin zwar noch nicht ganz bei vier Wochen, aber es fühlt sich im Moment einfach endlos an.

Der Arzt, der die Spritzen gesetzt hat, war eigentlich sehr optimistisch, dass das gut helfen würde – aber leider hat es bei mir bisher gar nichts gebracht.

Vielleicht gibt es hier jemanden, der Ähnliches erlebt hat und mir sagen kann, dass es irgendwann wirklich besser wird.

Vielen Dank euch 🙏

MRT Beurteilung
LWK 5/SWK 1: Bimediolaterale, rechts mediolateral in einen subligamentären und knöchern abgestützten Prolaps übergehende Protrusio mit knöcherner und weicher Bedrängung von L5 rechts (Serie 3, Ima 20).
Kein Kontakt zu L5 links. Geringer weicher Kontakt zu S1 rechts (Serie 6, Ima 27). Geringe Facettengelenksarthrosen.
Beurteilung:
Geringgradige, multisegmentale degenerative Veränderung der LWS mit hauptbefundlich weicher und knöcherner Bedrängung von L5 rechts sowie geringer weicher Berührung von S1 rechts im Segment LWK 5/SWK 1 bei linkskonvexer torsionsskoliotischer Seitausbiegung der LWS mit Scheitelpunkt über dem Segment LWK 3/4. Vereinzelte Facettengelenksarthrosen. Reizlose Sakroiliakalgelenke. Keine Spinalkanalstenose. Keine Osteodestruktionen.
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Pauline69
Geschrieben am: 18 Mär 2026, 21:04


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Hallo Anni,

Herzlich willkommen bei uns im Forum!

Ich versuche dir mal ein paar grundsätzliche Dinge zu erklären.
Ein konservativ, behandelter Bandscheibenvorfall benötigt ungefähr 4-6 Monate, bis sich eine stabile, spürbare Verbesserung einstellt.
In dieser Zeit ist es wichtig, die Schmerzen mit Schmerzmitteln zu behandeln, damit es zu keiner Schonhaltung kommt, die weitere Beschwerden auslösen könnte.
Was man auf gar keinen Fall machen sollte, ist, sich nicht oder zu wenig zu bewegen.
Du musst natürlich darauf achten, wie du dich bewegst, endgradige Drehungen im unteren Rücken sollte man tunlichst vermeiden, schweres anheben vom Fußboden mit krummem Rücken ebenfalls, aber eine moderate, ausreichende Bewegung, wie zum Beispiel das spazieren gehen wäre absolut angezeigt.

Zu den PRT Spritzen kann ich dir folgendes sagen.
Diese werden in der Regel als Serie gegeben, 4-6 Stück, im Abstand von 2-4 Wochen.
In den Spritzen befindet sich ein Cortison, meist ist das Triam 40mg.
Das Cortison braucht einige Zeit, um zu wirken, es soll bezwecken, dass die Nervenwurzel abschwellen kann.
Dieser Vorgang benötigt meist die Wiederholung von mehreren Spritzen.
Sollte sich nach der vierten Spritze keinerlei Verbesserung zeigen, könnte man eventuell das Ganze als wirkungslos betrachten.

Du hast einen Bandscheibenvorfall bei L5/S1, die rechte Nervenwurzel wird bedrängt, das bedeutet, dass du die Schmerzen im rechten Bein haben müsstest, nicht im linken, denn dort wird von keiner Bedrängung geschrieben.
Es ist keine Einengung des Spinalkanals vorhanden.
Du hast eine leichte Skoliose und eine leichte Arthrose der Facettengelenke, das sind die kleinen Wirbelgelenke.
Die leichte Arthrose der Facettengelenke könnte für die Rückenschmerzen verantwortlich sein.
Einziges Hilfsmittel dagegen ist, Stärkung der Rückenmuskulatur und ausreichende Bewegung.

Nach der Akutphase, in der Regel nach 2-4 Wochen, ist es absolut sinnvoll, mit Physiotherapie zu beginnen.
Im Idealfall eine Kombination aus manueller Therapie (das ist die Lockerung schmerzhafter Muskelknoten) und das erlernen von KräftigungsÜbungen für den Rücken.

Ich kann absolut nachvollziehen, dass du nach einer schmerzvollen Spritze, den Mut für eine weitere verloren hast.
Trotzdem denke ich, wäre es sehr ratsam, noch eine dritte und vierte Spritze zu versuchen.

Ich wünsche dir gute Besserung und viele Grüße,
Pauline

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Anni62
Geschrieben am: 19 Mär 2026, 08:07


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Guten Tag Pauline,

vielen Dank für die freundliche Begrüßung hier im Forum und auch für deine informative Antwort.

Ich muss ehrlich sagen, dass mich die Angabe von 4–6 Monaten im ersten Moment ziemlich erschreckt hat. Bezieht sich dieser Zeitraum auch auf die Heilung einer Nervenwurzelentzündung (Radikulopathie)?

Außerdem möchte ich offen zugeben, dass ich mich aktuell nicht mehr traue, eine weitere PRT durchführen zu lassen. Ich möchte hier wirklich niemandem Angst machen – meine erste PRT verlief völlig problemlos. Bei der zweiten Behandlung war es jedoch so, dass ich während der Injektion plötzlich starke, krampfartige Schmerzen im Bein bekam – genau in dem Bereich, in dem ich ohnehin die Beschwerden habe.

Zunächst hatte ich das sogar als positives Zeichen interpretiert, weil es darauf hindeutet, dass sehr nah am betroffenen Nerv gearbeitet wurde. Tatsächlich habe ich seitdem auch eine leichte Verbesserung bemerkt, vielleicht etwa 10 %. Die Schmerzen sind jetzt eher auf Gesäß und hinteren Oberschenkel begrenzt und ziehen nicht mehr bis in die Wade.

Könntest du mir noch einmal sagen, wie lange eine Nervenwurzelentzündung im Durchschnitt anhält?

Und noch eine Frage zu meinem MRT-Bericht: Du meintest ja, dass er sich insgesamt gar nicht so dramatisch liest – das beruhigt mich etwas. Allerdings passen die starken Schmerzen für mich irgendwie nicht ganz dazu. Ist das bei solchen Befunden trotzdem typisch?

Vielen Dank dir und liebe Grüße
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