Bandscheiben-Forum

Dieses Forum ist eine private Initiative von Betroffenen.
Nur durch das persönliche Engagement von Admins, Moderatoren und Betreuern - jenseits eines kommerziellen Betriebes - sind wir in der Lage, ein Forum zum neutralen Erfahrungsaustausch - unabhängig - zu betreiben.
Wir bitten daher alle Firmenrepräsentanten, unsere Unabhägigkeit zu unterstützen und durch Verzicht auf Produkt- und Firmennennungen das Forum werbefrei zu halten.

Die Informationen, die in diesem Forum gegeben werden, sind von Laien für Laien,
und können und sollen in keinem Fall eine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.


  
 
Reply to this topicStart new topic

> OP notwendig bei einem großen NPP L4/5?, Welche Erfahrungen habt ihr dazu gemacht
Baumie
Geschrieben am: 08 Mär 2026, 14:12


Neu hier
*

Gruppe: *Mitglied*
Beiträge: 3
Mitgliedsnummer.: 30.050
Mitglied seit: 08 Mär 2026




Mich würde auch interessieren, wann man überhaupt operieren muss? Ich hatte vor acht Jahren einen Bandscheibenvorfall L4/5. Jetzt habe ich leider einen großen L4/5. Operiert wurde ich damals nicht. Habe mit Physio, Rehasport und Wassergymnastik alles wegbekommen. Eine Freundin wurde mit einem 14 mm großen L5/S1 operiert. Man sagte ihr, dass es ein Wunder war, dass sie überhaupt noch laufen konnte. Wie groß sind diesmal die Heilungschancen? Wird generell ab 7 mm (weil es ein großer Prolaps ist) operiert? Ich kann auch noch laufen. Manchmal zieht es ins Gesäss, Wade, äußere Seite des Beins, bis zum Fuss, etwas Ameisenlaufen, anfangs war es schwer eine Socke anzubekommen, im Kreuz tut es auch weh, variiert immer etwas vom Schmerz. Leider bin ich anfangs nicht bei einem Orthopäden untergekommen. Jetzt habe ich Einen, der mich sofort zum MRT geschickt habe. Nach 11 Wochen bekam ich eine Spritze. Nach der 12 ten Woche eine Massage vom Physio. Morgen die 13te Woche mit Physioübungen. Bin am Dienstag beim Neurochirurgen. Vor 8 Jahren habe ich wesentlich eher mit Krankengymnastik angefangen und der Prolaps war nicht so groß.
PMEmail Poster
Top
Pauline69
Geschrieben am: 08 Mär 2026, 18:22


PremiumMitglied Silber
Group Icon

Gruppe: Betreuer
Beiträge: 2.079
Mitgliedsnummer.: 27.762
Mitglied seit: 02 Dez 2018




Hallo Baumie,

Zuerst einmal, herzlich willkommen bei uns im Forum!

Deine Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, denn, jeder Mensch ist anders und jedes Beschwerdebild ein anderes.

Es kommt niemals nur darauf an, wie groß ein Bandscheibenvorfall ist!
Man operiert auch keine Bilder, sondern einen Menschen.
Diese Aussage beschreibt schon ziemlich deutlich, dass selbst eine riesiger Bandscheibenvorfall, der keine wirklich starken Beschwerden verursacht, auch niemals operiert werden sollte.

Es kommt immer auf die Strukturen an, die durch diesen Bandscheibenvorfall, egal ob klein oder groß, beeinflusst werden.
Manchmal verursacht ein kleiner Bandscheibenvorfall, der sich aber eventuell genau vor ein Nervenaustrittsloch gelegt hat, erheblich mehr Beschwerden (Schmerz und Kraftverlust), als ein sehr großer Bandscheibenvorfall, der einfach nur mittig liegt und keine Nerven bedrängt.

Eine dringende OP Indikation gibt es, wenn es zu einem vollständigen Versagen eines Nerven kommt.
Bei der Lendenwirbelsäule gehört zu den sogenannten Red Flags unter anderem, der komplette Ausfall der Blasen-oder Darmfunktion.
Auch ein extrem ausgeprägte Kraftverlust, im dazugehörigen Dermatom, ist eine relativ, deutliche OP Indikation.

Solltest du also, zum Beispiel, einen großen Bandscheibenvorfall bei L4/L5 haben und deinen Fuß überhaupt nicht mehr anheben können, gleichzeitig auch das MRT Bild genau zu diesem Beschwerde Bild passt und, im besten Fall, sogar noch die neurologische Messung zeigt, dass es bereits eine Auffälligkeit an diesem Nerven gibt, sollte man über eine Operation intensiver nachdenken.

Schmerzen allein stellen niemals eine OP Indikation dar.
Über Wochen und Monate jedoch unerträgliche Schmerzen, die sich durch herkömmliche Medikamente nicht auf ein erträgliches Maß beeinflussen lassen, geben natürlich auch eine relative OP Indikation.

Aber grundsätzlich gilt, dass sowohl Schmerzen, als auch Sensibilitätsbeschwerden, noch keine OP Indikation geben.

Ein konservativ, behandelter Bandscheibenvorfall benötigt circa 3-6 Monate, bis sich eine deutlich spürbare und konstante Verbesserung einstellt.
Die allermeisten Bandscheibenvorfälle benötigen diese Zeit, um durch Austrocknung zu schrumpfen und dadurch weniger Schmerzen zu verursachen.
In dieser Zeit ist es wichtig, moderat in Bewegung zu bleiben, ausreichend Schmerzmittel einzunehmen und um nicht in eine weitere Schonung zu verfallen.
Physiotherapie, gegebenenfalls eine Cortisonstoßtherapie, PRT Spritzen unter CT oder auch eine Reha können dabei sehr hilfreich sein.

Ich hoffe, ich konnte dir damit ein wenig deine Fragen beantworten.

Viele Grüße,
Pauline
PMEmail Poster
Top

Topic Options Reply to this topicStart new topic

 



[ Script Execution time: 0.1827 ]   [ 14 queries used ]   [ GZIP aktiviert ]

LoFi Version