Bandscheiben-Forum

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> Bandscheibenvorfall HWS C5/6 C6/7 - benötige Hilfe
deichgeissbock
Geschrieben am: 23 Nov 2025, 19:17


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Hallo zusammen,
Ich hoffe, dass mir hier jemand weiterhelfen kann. Meine gesamte Leidensgeschichte aufzuführen, sprengt den Rahmen.
Seit Anfang September 2025 habe ich sehr starke Oberarmschmerzen, Schulterbeschwerden.
Aufnahme Krankenhaus 1: Nach Tag 2 beginnt der rechte Arm zu kribbeln, ebenso die ersten drei Finger.
Nach sieben Tagen Verlegung in ein anderes Krankenhaus, da keine Fachabteilung vorhanden.

Krankenhaus 2 hat keine eigene neurologische Abteilung, aber ein MRT-Gerät und einen Neurochirurgen.
Diagnose: Bandscheibenvorfall C5/6, C6/7.
Die Oberarmschmerzen sind so heftig, dass Morphium und andere Schmerzmittel wie Novalgin usw. kaum Linderung verschaffen.
Zusätzliche Gabe von Kortison. Jede Nacht wird zur Höllenfahrt. Kein Schlaf, Schmerzskala 7-10 von 10.
Neurologen einer anderen Klinik werden um Hilfe gebeten und diagnostizieren eine neuralgische Schulteramyotrophie.
4 MRTs mit Nachweis des Bandscheibenvorfalls.
20 Tage Krankenhaus ohne Besserung.

Verlegung in eine Uniklinik.
Hirnwasseruntersuchung negativ.
Schmerzmittelgabe: Hydromorphon, Pregabalin, Novalgin, Prednisolon usw.
PRT C6 ohne Erfolg.
Weitere 3 MRTs, Nervenleitmessungen jeglicher Art. Die Schmerzen wurden teilweise gelindert.
Eigene Entlassung nach 15 Tagen. Somit 35 Tage Krankenhaus ohne eine deutliche Besserung.

Mithilfe sofortiger täglicher Ergotherapie und Physiotherapie (Schröpfen etc.) konnten die Schmerzen im Oberarm gelindert werden,
nächtlicher Schlaf ist mit Unterbrechung möglich. Ich habe die Opiade abgesetzt. Kortison ebenfalls.

Weitere Konsultation eines Wirbelsäulenspezialisten hat ergeben: Bandscheibenvorfall C6/C7.
OP nur, wenn alles ausgeschöpft wurde, und bitte PRT C7.

Diese wurde 14 Tage später durchgeführt. Kein Erfolg.

Ein weiterer Arzt (Orthopäde) untersucht mich und sagt, man hätte sofort operieren müssen,
jetzt sollte man den konservativen Weg nehmen. Jedenfalls für weitere 4 Wochen unter Einnahme von Novaminsulfon und wenig Physiotherapie.

Der Wirbelsäulenspezialist meint, keine OP, da die PRT ohne Erfolg war.

Die Uniklinik sieht eine OP als notwendig an.
Die Schultermyotrophie scheint vom Tisch.

Diagnose Uni Klinik:
Polyradikuläres Schmerzsyndrom der rechten Arm- und Schulterpartie.
Bandscheibenprotusion HWK 5/6 und 6/7 mit Neuroforamenstenose HWK 5/6.
Radikulopathie Höhe C7 im EMG.
Schulteramyotrophie unwahrscheinlich.

Diagnose Chefarzt Wirbelsäulenspezialist:
Rechtsseitige Brachialgien.
Bandscheibenprotusion HWK 5/6 und 6/7 mit Foraminalstenosen.
Eventuell belastungsinduziertes Thoracic-Outlet-Syndrom.

Mein Beschwerdebild:
Liegen schmerzhaft, sitzen schmerzhaft. Sobald der Kopf nach hinten überstreckt wird, kribbelt der rechte Arm und die rechte Hand sowie der Daumen, Zeige- und Mittelfinger.
Mal mehr, mal weniger. Keine körperliche Belastung möglich (Tragen von leichten Einkäufen etc.). Ich bin selbstständig und bis auf Weiteres krankgeschrieben.
30 Physiotherapie- und Ergotherapiebehandlungen sind absolviert. Starke Nervenschmerzen im gesamten Körper.
Nackenschmerzen im HWS- und BWS-Bereich, mehr im BWS-Bereich. Rechter Zeigefinger dauerhaft seit 10 Wochen pelzig,
die Daumen- und Mittelfingerkuppe auch. Schmerzen nehmen wieder Fahrt auf. Ulnaris Nerv rechts und links machen Probleme.
Derzeitiges Schmerzmittel Novaminsulfon 3 x 30 Tropfen (keine höhere Dosierung, da Gamma-Leberwert schon erhöht).

Ehrlich gesagt bin ich mit meinem Latein am Ende.
Wer weiß noch Rat oder hat die zündende Idee? Ich wäre bereit, mich operieren zu lassen.
Ich bin selbständig im Bereich E Commerce(überwiegend sitzend) und b.a.w. krankgeschrieben.
Ich bin Ende Vierzig, sehr Schmerzerprobt(viele Operation aber nie Rückenprobleme) und
fühle mich täglich wie um 30 Jahre gealtert.

Vielen lieben dank für Eure Hilfe bzw. Ideen.

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Pauline69
Geschrieben am: 25 Nov 2025, 07:48


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Hallo deichgeissbock,

Es tut mir sehr leid, was Du für eine Odyssee erleben musstest!

Beim Lesen Deiner Geschichte kamen mir direkt ein paar Gedanken.

Das Pelzigkeitsgefühl der Fingerkuppen, von Daumen und Zeigefinger, ist ein recht eindeutiges Zeichen für eine Bedrängungen der Nervenwurzeln C5/C6, der Mittelfinger gehört schon zu C6/C7.
Das habe ich selbst am linken Zeigefinger und ist kurz vor meiner HWS OP von C5-C7 (2018) entstanden und bis heute geblieben.

Durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöste Schulterschmerzen sind eigentlich mehr dem Segment C4/C5 zuzuordnen, zumindest wenn Du den oberen Bereich der Schulter und die Region um den Deltamuskel meinst.
Auch dies kenne ich aus eigener Erfahrung (2024).

Insgesamt sind Dein Verlauf und Deine Krankenhausaufenthalte recht unschön verlaufen, vermutlich ist dies etwas der geographischen Lage geschuldet.

Ohne Deine gesamte Geschichte, die genauen Aussagen der behandelnden Ärzte zu kennen, macht es für mich den Eindruck, als kämst Du ohne eine Operation nicht auf einen grünen Zweig - aber das ist ausschließlich der doch ziemlich beschwerlichen Situation und der Beschreibung Deiner Beschwerden geschuldet.
Natürlich müsste „man“ dazu das genaue Ausmaß der beiden Bandscheibenvorfälle kennen, wie stark werden der Spinalkanal und die Neuroforamen bedrängt, wie steht es um die kleinen Wirbelgelenke, gibt es eine aktivierte Arthrose dieser oder weiteres Auffälligkeiten.

Dies kann nur ein guter und erfahrener Neurochirurg beurteilen.

Was aber noch mal, in meinen Augen, unbedingt zumindest einer Ausschlussdiagnostik bedürfen würde, wäre eine gründliche Untersuchung der Schulter selbst.
Die Rotatorenmanschette kann sehr starke Schmerzen im Schulterbereich und dem Oberarm auslösen.
Ein klinische, gründliche Diagnostik und, bei Verdacht auf Schädigung, ein Röntgenbild ein MRT wären sicher nicht verkehrt, um die Sehnen, die Schleimbeutel und das Gelenk selbst gut beurteilen zu können (wenn nicht bereits geschehen).

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht ganz einfach ist, diese beiden Bereiche auseinanderzuhalten und die Schmerzen klar zuzuordnen und zu differenzieren.

Du wirst, vermutlich, nicht drumherumkommen, eine weitere, große Klinik (der Maximalversorgung) aufzusuchen oder einen erneuten Anlauf in der Ambulanz der behandelnden Uniklinik nehmen, um den weiteren Weg, ggf. mit einer Operation und ggf. weiterer Diffenzialdiagnosen in Erwägung zu ziehen - bleibe hartnäckig!

Ich kann mir vorstellen, dass die Hoffnung auf Erfolg sehr geschmälert ist, doch so scheint Dein Zustand auch absolut nicht akzeptabel.

Viele Grüße,
Pauline
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deichgeissbock
Geschrieben am: 25 Nov 2025, 19:14


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Hallo Pauline,
vielen herzlichen Dank für deine Bewertung der Situation.
Die Beurteilung, die du aufgrund deiner eigenen BS-Erkrankung mit anführst, ist für mich sehr schlüssig. Standort korrekt, am Ende der Republik.
Ich habe so viele Fragen und praktisch wöchentlich ändert sich die Situation.
Aktuell hat mein Hausarzt die Schmerzmedikation umgestellt und erhöht.
Ich habe einen Stapel Papiere, 7 MRTs und alles, was man sonst noch in dem Zusammenhang untersuchen sollte. Mein Problem ist jetzt der Zwiespalt: operieren? Ich wäre bereit. Wer? Und da wird der Kreis sehr klein. Ich würde mich gerne nur von Level-1-Kliniken betreuen lassen. Bis man dort einen Termin bekommt, vergehen Monate. Wenn es möglich ist, um das Gesamtbild besser beurteilen zu können, so würde ich gerne Dokumente (geschwärzt) hochladen. Noch besser wäre das in einem persönlichen Gespräch bzw. einer Nachricht.
Viele Grüße
Markus
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deichgeissbock
Geschrieben am: 25 Nov 2025, 19:17


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Ergänzung: Die Schulter wurde mehrfach und sehr gründlich untersucht. Muskel-MRT, Röntgen, alle Nervenmessungen und ein weiteres MRT.
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Pauline69
Geschrieben am: 25 Nov 2025, 19:43


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Hallo Markus,

Ich habe zwar selbst in den letzten 7 Jahren sehr viel erlebt, habe mehrere Kliniken, mehrere Neurochirurgen, mehrere Neurologen und einige Schulterspezialisten aufgesucht, bin aber trotzdem „nur“ ein Laie mit medizinischem Interesse und Aneignung durch eigene Erfahrungen.

Ich traue mir nicht zu, all Deine Befunde zu bewerten, das sollten wirklich erfahrene Ärzte machen.

Ich würde Dir raten, Kontakt mit der zuletzt behandelnden Klinik aufzunehmen, sonst müsstest Du in alle Richtungen komplett von vorne beginnen und das wäre wohl sehr, sehr müßig - oder?

Normalerweise werden Ärzte Gesprächsbereit, wenn sie merken, dass dem Patienten keine Besserung wiederfährt, der Leidensdruck weiterhin hoch ist und sich aufgrund dessen, ein Patient erneut vorstellt.

Sprich offen mit dem zuletzt behandelnden Arzt in der Uniklinik.

Viele Grüße,
Pauline
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deichgeissbock
Geschrieben am: 25 Nov 2025, 20:10


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Teil 1:
Ja, das ist absolut nachvollziehbar, aber nur mal so als Beispiel: Vor drei Wochen habe ich eine PRT bei einem erfahrenen Neurochirurgen durchführen lassen. Der sagt deutlich, wenn die nichts bewirkt, sollte man operieren. Daraufhin habe ich einen unabhängigen zweiten Neurochirurgen (DWG Master Zertifikat) einbezogen. Nach der Untersuchung hier das Ende:

Es liegt für mich nahe, dass mehrere Probleme die Symptomatik auslösen. Das Tragen der En-keltochter am 7. September wird wahrscheinlich der Anlass gewesen sein, die Bandscheiben-vorfälle spielen aber sicherlich mit eine Rolle und sind wahrscheinlich die Hauptursache. Ur-sprünglich wurde an eine Schulteramyotrophie gedacht, die neurologischen Kollegen halten dies aber laut dem Brief aus xxxx nicht für wahrscheinlich. Ich glaube, dass es sich um ein „Double-Crush-Syndrom" handelt mit einer Affektion der Nervenwurzeln im Bereich HWK5/6 und HWK6/7 und des Armplexus durch die Kompression am 7. September. Gegenwär-tig mögen die Symptome wiederum hauptsächlich durch die Bandscheiben bedingt sein.

Eine PRT für C6 ist in xxxx erfolgt ohne eine Wirkung, empfohlen wurde auch die PRT für C7. Dies hat Herr xxxx noch nicht durchführen lassen wollen. Ich würde ebenfalls eine PRT für C7 empfehlen und habe Herrn xxxx geraten, sich wieder an die Radiologen zu wenden, die ihn ja schon kennen. Eine Zeit nach der PRT wird er mich anrufen und mir über den weiteren Ver-lauf berichten. Davon abhängig, vor allem aber auch, wenn die Schmerzen, vor allem die Krib-belparästhesien, bleiben sollten, würde ich eine Operation über einen ventralen Eingriff empfehlen.
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deichgeissbock
Geschrieben am: 25 Nov 2025, 20:12


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Teil 2:

Alles durchgeführt, zusätzlich nochmal Ulnaris Nerv und Karpaltunnel geprüft.

Nach 14 Tagen diese Antwort:

Hallo xxxx
wie eben besprochen: Da Ihre Beschwerden geringer sind als zu Anfang und auch (sehr) langsam zurückgehen, und weil beide PRT nicht geholfen haben, plädiere ich nicht für eine OP. Weitere Physiotherapie, bei der die Schmerzen aber nicht ausgelöst werden sollen, regelmäßige und ausreichende Schmerzmedikation, Bewegung unter Vermeidung schmerzauslösender Mechanismen. Darunter wird es sehr wahrscheinlich besser werden. Bei wider Erwarten erneut auftretender Verschlimmerung melden Sie sich.

Alles Gute und viele Grüße!

Eine weitere Woche später dann diese Nachricht:


Sehr geehrter Herr xxxx
Da mir das Schmerzbild ja komplex erschien, würde ich empfehlen, dass Sie noch einmal in unsere Sprechstunde kommen zur erneuten klinischen Untersuchung.

Sinnvoll wäre es, wenn Sie in die Sprechstunde eines meiner beiden Kollegen kommen, Dr. Xxxx oder Dr.xxx könnte Sie dann unvoreingenommen erneut klinisch beurteilen.

Wenn es Ihnen recht ist, wird sich Frau xxxxx wegen eines Termins an Sie wenden.

Mit freundlichen Grüßen


Hört sich sehr professionell und gut an. Der Arzt ist zweifellos ein sehr guter Arzt und eine TOP-Adresse. Termin in 3 Monaten...für eine Beurteilung durch einen unterstellten Facharzt.

Das dauert vieeeeel zu lange....
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Pauline69
Geschrieben am: 25 Nov 2025, 22:33


PremiumMitglied Silber
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Hallo Markus,

Ich finde die Vorgehensweise deiner behandelnden Klinik eigentlich sehr gut!
Der Arzt, der dich behandelt hat, scheint dich nicht abzuhaken, sondern ernsthaft behandeln zu wollen, sollte sich der Zustand nicht weiter verbessern.
Ich würde dieses Angebot auf jeden Fall annehmen!
Du könntest versuchen, noch einmal in dem Sekretariat dieser Klinik anzurufen und darum zu bitten, falls jemand absagen würde, ob es möglich wäre, dass man dich anrufen könnte.

Versuche der Sekretärin deine Beschwerden, deinen Leidensdruck deutlich zu machen.
Vielleicht gibt es eine Chance, einen zeitnahen Termin zu bekommen.

Allgemein sind Bandscheibenprobleme extrem hartnäckig, die Regel besagt, erst wenn der konservative Weg innerhalb von 4-6 Monaten zu keiner Verbesserung geführt hat, sollte man über eine Operation nachdenken.
Bis dahin heißt es Schmerzmittel einnehmen und alle Maßnahmen ergreifen, die einem Linderung bringen.

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Glück dabei!
Viele Grüße,
Pauline
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