Bandscheiben-Forum

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> Infektion nach Spinalkanalstenose
Frankenlady
Geschrieben am: 07 Feb 2025, 20:37


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Liebe Forengemeinde,
ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, aber heute benötige ich Eure Hilfe.
Ich hatte einige Voroperationen und wurde Anfang Oktober aufgrund massiver Schmerzen zum wiederholten Male operiert.
Diagnose: Rezessale Stenose LW5/SW1 links mit Kompression der S1-Nervenwurzel links.
Anamnese: Frau G. leidet seit einem Jahr unter Ischalgien entlang des Dermatoms S1 links mit neu aufgetretenen Hypästhesien im ersten und zweiten Zeh links. Der Fall von Frau G. wurde in der Wirbelsäulenkonferenz besprochen, wobei eine Neurolyse der Nervenwurzel S1 von links empfohlen wurde.
Aufnahmebefund: Distale Hypästhesie entlang des C6-Dermatoms beidseits sowie des distalen L5-Dermatoms links.
Bei der Operation erfolgte die Neurolyse der S1-Nervenwurzel links mittels interlaminärer Fensterung und Foraminotomie in Höhe LW5/SW1 links.
Entlassungsbefund am 5 Tag nach OP: Die postoperativen Parästhesien entlang des dorsalen Oberschenkels als auch im Bereich des Fußrückens links bestanden fort.
1 Woche nachdem ich zu Hause war, spürte ich, dass die Wunde warm ist. Ich rief daraufhin am Freitag Abend in der Klink an und teilte dies mit. Man sagte mir, ich solle am Samstag Morgen gleich kommen und für 1 Nacht etwas zum Anziehen mitbringen, falls man irgendwelche Untersuchungen machen muss. Die Untersuchung lautete dann um 22.30 Uhr - Not-OP Wundinfektion. Man sagte mir schon nach der 1. OP, dass während der Operation Flüssigkeit ausgetreten ist, aber man diese stoppen konnte. Ich bekam dann 16 Antibiotikainfusionen und wurde 9 Tage später entlassen.
Jetzt zum eigentlichen Problem. Seit der zweiten Operation habe ich folgende Probleme. Die 1. und 2. Zehe ist weiterhin taub. Dazu kommt der Vorderfuß, der Oberschenkel, das linke Gesäß und der linke Genitalbereich. Wenn ich mich setze, kommt es mir vor, als wenn ich auf einem gefüllten Luftballon sitze, nur dass es zusätzlich stark schmerzt. Ohne Gelkissen kann ich überhaupt nicht mehr sitzen. Ich kann nicht mehr lange stehen und auch nicht mehr lange sitzen. Das Liegen ist ebenfalls sehr schmerzhaft. Ich kann mich vor Schmerzen im Oberschenkel und in der Wade nicht mehr bücken. Laufen kann ich gerade noch ca. 200 Meter. Ich war nach der OP auf Reha und mache jetzt vor Ort das IRENA-Programm. Auch hier kann ich nur wenige Übungen machen. Zu Hause kann ich eigentlich gar nichts mehr alleine machen. Medikamentös nehme ich schon viele Jahre als Schmerzpatient vor der OP Oxycodon in relativ hoher Dosierung und jetzt bekomme ich noch zusätzlich Pregablin 3 x 100 mg. Was kann/soll/muss ich noch machen. Wer kann mir helfen bzw. Tipps geben. Ich sage schon vielen Dank und entschuldige mich für das lange Posting. Ich bin nicht nur traurig, sondern wütend und komme mir mittlerweile völlig überflüssig und hilflos vor.
Viele Grüße
Frankenlady
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Pauline69
Geschrieben am: 08 Feb 2025, 09:15


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Liebe Frankenlady,

oh man, oh man, das hört sich ja alles furchtbar an.
Schon beim Lesen konnte man nur seicht den Kopf schütteln.

Helfen kann ich Dir leider nicht.
Aber was sagen denn jetzt Deine Ärzte dazu?
Was für eine Flüssigkeit soll das während der 1.Operation gewesen sein? Liquor?
Hat man während der Operation den Rückenmarkskanal beschädigt?
Die vielen heftigen und ausstrahlenden Schmerzen würden, meines Erachtens, dafür sprechen können.

Hat man eine bakterielle Infektion, bei Deiner Notfallaufnahme festgestellt?

Ich kann mir das nur so oder so ähnlich vorstellen.
Bei der 1.Operation kam es zu einer Komplikation, das Rückenmark wurde beschädigt, man hat das, eventuell winzige Loch, nicht entdeckt, weiter gemacht und den OP Bereich verschlossen.
Ein paar Tage später zeigte sich die Wundinfektion - ich bin kein Arzt - aber da müssten dann ja Bakterien reingekommen sein - ob das Rückenmark solch eine bakterielle Infektion auslösen kann, weiß ich nicht.

Dann hat man versucht, durch die massive Gabe von Antibiotika, die bakterielle Entzündung unter Kontrolle zu bekommen.
Durch die hochgradig Entzündung wurden die, in dem gesamten Gebiet liegenden Nerven/Nervenwurzeln, so stark beeinträchtigt, dass sie jetzt mit diesen Parästhesien und Paresen reagieren.

Wenn jetzt „eigentlich“ alles soweit in Ordnung ist, müssten sich die Nerven erholen können, doch das kann unglaublich viel Zeit in Anspruch nehmen.

Doch das ist alles nur eine konzipierte Vermutung von mir.

Alles, alles Gute und viele Grüße,
Pauline
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Frankenlady
Geschrieben am: 05 Feb 2026, 02:20


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Liebe Forengemeinde :;

Ich sehe gerade, dass mein letzter Beitrag schon 1 Jahr her ist. Es tut mir wirklich leid, dass ich mich seitdem nicht mehr gemeldet habe, aber mir ging es in 2025 einfach nur "sauschlecht". Entschuldigt bitte den Ausdruck, ist normalerweise nicht meine Art, aber ich bin am Ende. Heute ist wieder ein Tag/Abend, wo ich am überlegen bin, ob ich in eine Klinik gehe oder mich weiter zudröhne. Ich kann einfach nicht mehr. Ich war letztes Jahr mehr in Krankenhäusern, als zu Hause. Mittlerweile bin ich seit ca. 6 Monaten auch in therapeutischer Behandlung. Letztes Jahr war ich noch notfallmäßig in Ichenhausen, wo mir kurzfristig sehr gut geholfen wurde. Ich wurde infiltriert und bekam das erste Mal THC (Cannabis), da die Schmerzen mittlerweile den Höhepunkt erreicht haben. Sicherlich ist hierfür auch die extrem lange Zeit der massiven Schmerzen mit verantwortlich.

@Pauline
Du liegst -glaube ich- mit Deinen Vermutungen gar nicht soo falsch. Ich habe mittlerweile beide OP-Berichte, so dass ich auf Deine Fragen besser antworten kann.

Was für eine Flüssigkeit soll das während der 1.Operation gewesen sein? Liquor?

-> Dabei kommt es zu einem Durariss und Liquorverlust. Sorgfältiges Darstellen des Defektes und Reposition der Nervenwurzel nach intradural. Nun wird eine Duranaht gesetzt und dabei ein Stück Fettgewebe als Plombe angenäht. Nachdem kein Liquor mehr fließt, wird der Duralschlauch nach kaudal verfolgt, bis der Abgang der S1-Wurzel dargestellt ist. Entdachen der Wurzel. Sorgfältiges Medialisieren im Schulterbereich. Darunter kommt eine Subligamentäre Vorwölbung zur Darstellung. Hier Einschneiden und Darstellen von Bandscheibengewebe. Ein Sequester lässt sich allerdings nicht herausluxieren, vielmehrhandelt es sich um eine diffuse Auftreibung, die mutmaßlich schon länger besteht. Ein Teil der Raumforderung wird mit der Stanze abgetragen. Es wird versucht, aus dem Bandscheibenfach lockeres Gewebe zu entfernen, wobei auch hier keine losen Stücke zu bergen sind. Die Nervenwurzel erscheint zudem durch degeneratives Gewebe fixiert zu sein. Dieses wird sorgfältig gelöst, bis schließlich eine problemlose Mobilisierung möglich ist. Die ausgeprägten epiduralen Blutungen werden mit Diathermie und lockerem Auslegen mit Gelita gestillt. Ausspülen mit Kochsalz. Die Fettplombe wird nun mit einem Stück TachoSil überklebt, damit diese möglichst nicht disloziert. Der Epiduralraum wird zusätzlich mit Fettgewebe aus der Subkutis ausgefüllt.


** Beim Ausdruck "Fettgewebe" bin ich echt erschrocken. Bei einer Größe von 1,63 wiege ich 69 Kilo.

Hat man während der Operation den Rückenmarkskanal beschädigt?
Die vielen heftigen und ausstrahlenden Schmerzen würden, meines Erachtens, dafür sprechen können.

Hat man eine bakterielle Infektion, bei Deiner Notfallaufnahme festgestellt?

Ich kann mir das nur so oder so ähnlich vorstellen.
Bei der 1.Operation kam es zu einer Komplikation, das Rückenmark wurde beschädigt, man hat das, eventuell winzige Loch, nicht entdeckt, weiter gemacht und den OP Bereich verschlossen.
Ein paar Tage später zeigte sich die Wundinfektion - ich bin kein Arzt - aber da müssten dann ja Bakterien reingekommen sein - ob das Rückenmark solch eine bakterielle Infektion auslösen kann, weiß ich nicht.

Dann hat man versucht, durch die massive Gabe von Antibiotika, die bakterielle Entzündung unter Kontrolle zu bekommen.
Durch die hochgradig Entzündung wurden die, in dem gesamten Gebiet liegenden Nerven/Nervenwurzeln, so stark beeinträchtigt, dass sie jetzt mit diesen Parästhesien und Paresen reagieren.

Wenn jetzt „eigentlich“ alles soweit in Ordnung ist, müssten sich die Nerven erholen können, doch das kann unglaublich viel Zeit in Anspruch nehmen. :weinen :weinen

Ich stelle mir nun die Frage, wo gehe ich hin und was muss gemacht werden. Wie sind die Aussichten auf Schmerzlinderung? Was kann schlimmstenfalls geschehen. Ich befinde mich momentan beruflich bei der Agentur für Arbeit bzw. Rente im sog. Nahtlosigkeitsverfahren. Wie es dort weitergeht, weiß ich nicht und ehrlich gesagt ist es mir inzwischen egal. Ich will nur eins und das sind eine große Portion weniger Schmerzen. Wer kann mir eine wirklich gute Klinik empfehlen. Natürlich wäre mir eine Klinik in Bayern am liebsten, aber ich würde für eine kompetente Klinik auch weiterfahren. Ich sage schon jetzt vielen, vielen Dank.

Ganz liebe Grüße und vielen Dank für Euer Verständnis zwecks ewig langen Text.
Frankenlady
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Pauline69
Geschrieben am: 06 Feb 2026, 10:31


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Guten Morgen Frankenlady,

Mit großem Entsetzen habe ich deinen Beitrag gelesen und meine Vermutung, dass bei der OP das Rückenmark verletzt worden ist, war leider nicht verkehrt.
Inwiefern die Vorgehensweise korrekt ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Über den Ausdruck Fettgewebe musst du nicht stolpern, das hört sich irgendwie übler an, als es wirklich ist.
Man hat, nach meinem Verständnis, versucht, mit Körper-eigenem Gewebe, das kleine Loch im Liquor zu verschließen.
Wodurch die entzündete Wunde dann wirklich entstanden ist, kann ich natürlich auch nicht sagen.
Grundsätzlich sind das halt leider immer wieder Komplikationen, die bei jeder Operation auftreten können.
Ob und inwiefern dort eventuell nicht 100-prozentig steril gearbeitet worden ist? Keine Ahnung!

Zitat (Frankenlady @ 05 Feb 2026, 02:20) 

Liebe Forengemeinde  :;
-> Dabei kommt es zu einem Durariss und Liquorverlust. Sorgfältiges Darstellen des Defektes und Reposition der Nervenwurzel nach intradural. Nun wird eine Duranaht gesetzt und dabei ein Stück Fettgewebe als Plombe angenäht. Nachdem kein Liquor mehr fließt, wird der Duralschlauch nach kaudal verfolgt, bis der Abgang der S1-Wurzel dargestellt ist. Entdachen der Wurzel. Sorgfältiges Medialisieren im Schulterbereich. Darunter kommt eine Subligamentäre Vorwölbung zur Darstellung. Hier Einschneiden und Darstellen von Bandscheibengewebe. Ein Sequester lässt sich allerdings nicht herausluxieren, vielmehrhandelt es sich um eine diffuse Auftreibung, die mutmaßlich schon länger besteht. Ein Teil der Raumforderung wird mit der Stanze abgetragen. Es wird versucht, aus dem Bandscheibenfach lockeres Gewebe zu entfernen, wobei auch hier keine losen Stücke zu bergen sind. Die Nervenwurzel erscheint zudem durch degeneratives Gewebe fixiert zu sein. Dieses wird sorgfältig gelöst, bis schließlich eine problemlose Mobilisierung möglich ist. Die ausgeprägten epiduralen Blutungen werden mit Diathermie und lockerem Auslegen mit Gelita gestillt. Ausspülen mit Kochsalz. Die Fettplombe wird nun mit einem Stück TachoSil überklebt, damit diese möglichst nicht disloziert. Der Epiduralraum wird zusätzlich mit Fettgewebe aus der Subkutis ausgefüllt.


Man scheint auf jeden Fall alles mögliche versucht zu haben, möglichst gut verträglich, das entstandene Liquor Leck zu verschließen.

Du hast geschrieben, dass du im letzten Jahr, mehr in Krankenhäusern verbracht hast, als zu Hause.
Waren das unterschiedliche Krankenhäuser, und wenn ja, warum?
Grundsätzlich würde ich immer dazu raten, einen Arzt oder ein Krankenhaus, während einer laufenden, schwerwiegenden Behandlung, nicht zu wechseln. Nur dann bleibt der rote Faden erhalten.
Solltest du natürlich das Vertrauen in die operierende Klinik verloren haben, wäre das eine verständliche Begründung.

Ich würde mit einer erneuten Vorstellung im Krankenhaus nicht zu lange warten!
Es macht in deiner Beschreibung nicht den Eindruck, als würde sich das von alleine erledigen.
Meine Empfehlung wäre aber auf jeden Fall, das zuletzt besuchte und behandelnde Krankenhaus aufzusuchen.
Versuche über deinen Hausarzt eine Krankenhaus Einweisung, gegebenenfalls Notfalleinweisung, zu erhalten.
Aus der Ferne lässt sich nicht einschätzen, wie dringend diese Handlung nun erforderlich wäre.
Solltest du das Gefühl haben, die Zeit wird knapp, begib dich noch heute in eine Notaufnahme.

Zögere nicht, solange du das Gefühl hast, der Leidensdruck ist extrem hoch und die Lebensqualität quasi bei null.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und liebe Grüße,
Pauline


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Schnütchen
Geschrieben am: 06 Feb 2026, 11:55


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Hallo,

Habe mit Entsetzen deine Story gelesen.
Da ging ja wohl alles schief.
Was sagt denn der damalige Operateur?
Warum warst du in den anderen Krankenhäusern?
Warst du schonmal in einer Schmerzklinik?
Die Sache mit den tauben Zehen und Vorfuß ist mir bekannt, habe ich auch.
Wird besser, aber es dauert.
Vielleicht kannst du alles nochmals ausführlich schildern, wenn du magst.

Gruß Ute
PM
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rudi15
Geschrieben am: 06 Feb 2026, 17:49


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Hallo miteinander,


für Schmerztherapie kann ich das Johannesbad in Bad Füssing empfehlen. Dr. Wolf ist sehr kompetent und direkt, das verträgt nicht jeder...
Ein Versuch wäre es wert; frage mich aber bei deiner schlimmen Geschichte ob Du nicht erst eher zur Ruhe kommen müsstest, damit sich alles beruhigen kann...?

Wünsch gutes Gelingen :;
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