Bandscheiben-Forum

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> Wiedereingliederung nach Reha
Harro
Geschrieben am: 19 Feb 2012, 18:42


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Moin moin,
Zitat

aber was ist wenn die Rehaeinrichtung mich als arbeitsfähig entlässt?

nu mach dir mal keinen Kopp wegen ungelegter Eier.

Grüssle Harro :winke
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afrikana
Geschrieben am: 19 Feb 2012, 18:46


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joah,
hast ja recht, erst mal muss ich die 3-4 Wochen ambulante Reha überstehen :z ich kenn den Laden halt schon und das prägt :-)

Ich bin halt auch ein Kontrollfreak :B

afri
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Discothek
Geschrieben am: 03 Mär 2012, 12:21


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Hallo parvus,

sorry, antworte erst spät auf Deinen post. Wie Du schreibst, ist Wiedereingliederung fein für Leute, die sehr lange AU waren. Nach einer OP ist das aber oft nicht so. Afrikana war wirklich nicht lange AU, die hat sicher kein Problem, sich wieder an Arbeit zu gewöhnen, was immer das heißen soll. Und jeder hat auch eine andere Art Arbeitsverhältnis.

Es gibt z.B. Leute, die haben einfach viel Urlaub übrig, weil sie total gern arbeiten oder auf einen längeren und teureren Urlaub Tage und Geld gespart haben, und dann kam der BSV dazwischen, oder es gab mal ne Zeitlang viel zu tun im Job und man konnte ihn einfach nicht nehmen. Ich habe meinen Urlaub auch nur aus versicherungsrechtlichen Gründen genommen, da ich während der Krankschreibung etliche DInge von zu Hause aus koordiniert habe und das ja auch unbezahlt gemacht habe. De facto war es also ein inoffizieller Ausgleich. man darf nicht immer von einem gewerkschaftskonformen Arbeitsverhältnis ausgehen. Die Realität sieht of t anders aus als 39,5h zwischen 9 und 17h und 20 Tage Urlaub.

Ich schreibe das, was ich gemacht habe, immer, weil hier so viele denken, die Abfolge Reha --> Wiedereingliederung sei ein unabdingbares Muß. Ist es nicht, es gibt viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Du diskreditierst zudem das Nichtstun daheim als sinnlos. Das stimmt nicht - Zu Hause bleiben und den Wünschen des eigenen Rückens nachgeben, ein bißchen basteln, kochen, Krankengymnastik, Schwimmen und Sofaliegen und viel Spazierengehen ist das Beste, was man seinem Rücken gönnen kann. Wir tun das alle (hoffentich) immer am Wochenende - sonts wären wir bald am Ende.

:winke Disco
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Harro
Geschrieben am: 03 Mär 2012, 12:35


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Moin moin Disco,
da muss ich dir nun doch widersprechen :D

Zitat

man darf nicht immer von einem gewerkschaftskonformen Arbeitsverhältnis ausgehen.
Die Realität sieht of t anders aus als 39,5h zwischen 9 und 17h und 20 Tage Urlaub.


das ist der deutsche durschnittliche Arbeitnehmeralltag, der auch hier im Forum seine "Norm" hat,
wenn einer selbständig ist gelten natürlich andere Regeln.

Nun zum Thema WE, ich habe die auch damals auch nicht genommen aus ganz egoistischen Gründen,
hatte Urlaub gebucht ohne Rücktrittversicherung usw. also finanzielle Ängste, ooch dann ist das Geld futsch!!
Hätte ich damals anders gehandelt wäre ich vielleicht HEUTE NOCH unter der arbeitenden Bevölkerung?
Wer weiss!

Ich weiss es nicht, aber nichts desto trotz ist die WE eine gute Sache, zwar nicht für jeden, aber.............

In diesem Sinne Grüssle v. Harro :winke
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Discothek
Geschrieben am: 03 Mär 2012, 13:00


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Hallo Harro,

Zitat

wenn einer selbständig ist gelten natürlich andere Regeln.


Nicht nur - Angestellte in kleinen (Familien-)Betrieben oder in der Wissenschaft müssen oft auf ihren Urlaub verzichten, um ihre Weiterbeschäftigung auf befristeten Verträgen oder die Existenz des Betriebes zu sichern. Da müssen Aufträge einfach fertig werden und mal ne Nacht durchgemacht werden, oder der wissenschaftliche Projektantrag muß zum Fristende eingereicht sein, sonst gibts nach dem ALG I keine neue Stelle (für luxuriöse zwei Jahre :roll).

Das Forum ist voll von solchen Fällen - zuletzt z.B. krissikrossi. Es ist eine große Kunst, da zwischen Sicherung der eigenen Existenz und der Gesundheit einen guten Kompromiß zu finden. Ich habe das auch erst mühsam lernen müssen.

Ich habe darum z.B. noch nie in meinem Leben einen Urlaub gebucht, bei dem mehr als der Flug futsch gewesen wäre, denn die Übernachtung und das Essen suche ich mir vor Ort. Dadurch bin ich z.B. nie in Gefahr, wie leider Du Opfer meiner Freizeit zu werden - dann kann ich mir in der Arbeit etwas mehr Druck erlauben, da ich nullkommanull Freizeitstress zulasse.

:; Disco



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vrori
Geschrieben am: 03 Mär 2012, 13:55


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Hallo,

bei einer Wiedereingliederung gehts doch nicht darum, dass man wieder an die Arbeit gewöhnt werden muss...weil man so lange raus war, sondern darum, zu testen, ob man überhaupt wieder voll arbeiten kann..
man wird mit wenig Stunden beginnen und testen, ob der Körper und der Gesundheitszustand das mitmachen...und langsam steigern...

die Wiedereingliederung ist als nicht für "Arbeitentwöhnte" Arbeitnehmer, sondern für Arbeitsunfähige, die wieder versuchen wollen, am allgemeinen Arbeitsleben teilzunehmen..
und zur Wiedereingliederun gehören mehrere Parteien, die zustimmen müssen...Arzt, Krankenkasse, Arbeitgeber und letztendlich der erkrankte Arbeitnehmer...und nur wenn alle 4 mit einer Wiedereingliederung einverstanden sind, wird sie probiert...
..und oft klappt es dann auch, dass der erkrankte Arbeitnehmer sich langsam aber sicher wieder voll belasten kann...

Nichts anderes ist mit Wiedereingliederung gemeint...

LG
Vrori
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parvus
Geschrieben am: 03 Mär 2012, 15:11


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Hallole :winke

Danke Vrori, Du hast eigentlich alles ausreichend erklärt!

Das alles schrieb ich u. A. und meinte es auch genau so.

Code

Die Wiedereingleiderung bietet die Möglichkeit zeitlich abgespeckt einen langzeiterkrankten Mitarbeiter vorsichtig und sachte an die Arbeit/-Zeit/Tätigkeit zu gewöhnen.
Was nutzt es bitte, wenn ich unnötig lange daheim auf dem Sofa untätig liege und von jetzt auf grad plötzlich meinen Körper zur vollen Arbeit treiben muss, sprich von Null auf Hundert starte, dafür auch noch Urlaubstage dann hergebe, weil ich es anders nicht bewältigt bekomme?
Das wird wohl oder übel dann eher nicht funktionieren und mein Körper wid massive Probleme erneut bekommen.


Natürlich muss man dazu nicht immer langzeiterkrankt gewesen sein, auch für einen vor kurzem operierten Patienten kann es hilfreich sein, mittels WE sachte einzusteigen.

Die Urlaubstage dafür einzusetzen finde ich nur dann sinnvoll, wenn ich als Patient keine andere Wahl habe und mir nur so selber helfen kann, mit weniger Druck und gemächlich den Job erneut aufzunehmen.

Aber das sollte eigentlich nicht im Sinne des Genesungsfortschritts sein, denn Urlaub heißt richtigerweise ja "Erholungsurlaub" und dazu ist dieser da und nicht Genesungsurlaub!

Ich kann nur dahingehend plädieren es zu beantragen und ich spreche hier aus meiner Erfahrung, denn ich war dem Workaholic unterlegen und Arbeit war für mich die Lebensmitte. Urlaub-, Feiertage und freie Tage waren jahrelang eher unnötig. Arbeiten am liebsten 24 Std., da fühlte ich mich wohl, daher nun auch meine Schlafstörung.

Aber nach dem damaligen Gesundheitszustand von Null auf Hundert in den Beruf zurück (hätte ich gerne gewollt, die Ärzte jedoch bremsten mich) wäre niemals gegangen (das musste ich lernen) und somit nahm ich alternativ dankbar den Strohhalm WE an, auch wenn ich dabei kläglich scheiterte und allen vorherigen Prognosen Recht geben musste, dass ich nicht mehr belastbar/arbeitsfähig war. Die Folge folgte auf dem Fuße, EMR auf Dauer.

Aber gut, dass ich es in kleinen Schritten habe versuchen dürfen und die KK und mein AG das auch so bewilligt haben, denn nur dadurch hat es auch in meinem Kopf klick gemacht und ich bin nicht dem Phantom meiner alten Persönlichkeit weiter nachgelaufen.

Die WE ist eine große Chance, sich selber neu zu entdecken und auszutesten, wieviel ich mir in diesem jetzigen Zustand zumuten kann und sollte nicht als Zwang oder Schikane usw. angesehen werden und schon gar nicht auf Kosten meines Erholungsurlaubs erfolgen.

Ich finde auf jedenfall die Aussage

Zitat: denn für das Krankengeld kannst Du alternativ auch fein zuhause auf dem Sofa liegen, KG oder Reha machen und Deine Heilung noch etwas fördern und dann richtig wieder einsteigen.

nicht optimal gewählt ... aber es ist halt auch nur meine Meinung, die vielleicht auch andere mit mir teilen, die diese Chance der WE für sich letztendlich optimal nutzen konnten.

Grüßle :winke parvus


PM
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Discothek
Geschrieben am: 03 Mär 2012, 17:02


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Hallo vrori und parvus,

Zitat

man wird mit wenig Stunden beginnen und testen, ob der Körper und der Gesundheitszustand das mitmachen


Genau, das habe ich in den drei Wochen gemacht, die ich länger krankgeschrieben war, als es unbedingt nötig war. Habe alle Bewegungsabläufe, die in der Arbeit vorkommmen, für private Projekte gemacht und damit ausgetestet, ob ich dafür wieder fit bin. Das einzige, was ich mit meinem Beitrag sagen will, ist, daß es Gestaltungsmöglichkeiten gibt.

Und das eben vor allem vor dem Hintergrund, daß afrikana, um die es hier geht, mit ihrer ersten Wiedereingliederung keine guten Erfahrungen gemacht hat. Darum wollte ich Alternativen aufzeigen.

Ich nehme lieber mal einen Tag Genesungs-Urlaub, wenn ich krank bin, denn wegen einer Erkältung zum Arzt rennen wegen dieses Attests halte ich für völligen Unsinnn - man steckt das halbe Wartezimmer an und holt sich selber noch den Tod, weil man mit Fieber lieber im Bett beliben sollte. Früher kam der Arzt bei sowas nach Hause, aber davon können wir nur noch träumen :nein

Viele Grüße,
Disco

Bearbeitet von Discothek am 03 Mär 2012, 17:03
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vrori
Geschrieben am: 03 Mär 2012, 17:09


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Hallo parvus,

wir beide haben wohl dasgleiche gemeint, aber unterschiedlich beschrieben..

ich habe noch eine WE durchgemacht, sondern bin au entlassen und eine WE wäre auch nicht möglich gewesen, weil ich sogar jetzt noch, nach so langer Zeit, Magenprobleme und sonstige Probleme bekomme, wenn ich nur an Arbeit denke..

aber Disco, was meinst du mit"bei Erkältung" zum Arzt rennen?
Dafür hab ich dann morgens angerufen und gesagt, ich komm heute nicht..und gut war...
oder wenn die Erkältung mich mittags matt setzte, bin ich früher nach Hause gegangen..
Wir sind uns doch einig, dass es bei einer Erkältung keine Wiedereingliederung gibt?????

LG
Vrori
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violac01
Geschrieben am: 03 Mär 2012, 17:17


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Hallo Afrikana,

auch von mir noch mal eine Meinung:

genau wie Disco schreibt: lass dich solange krankschreiben , bist du ganz gesund bist und bis du zu Hause dich auch in Belastungssituationen ausgetest hast. Erst , wenn du dir sicher bist, dass du wieder einen ganzen Tag schaffst kannst du langsam wieder ans Arbeiten denken..... und wegen des weiter, Bezuges von Krankengeld, lohnt es sich shcon zu überlegen, wie man das gestaltet.... vielleicht doch die Zuhausebelastung steigern und dann voll.

Bei mir war es leider so, dass ich noch krank wieder auf Arbeit gegangen bin (ich wollte es aber auch so nach 5 Monaten) und da habe ich Wiedereingleiderung gemacht..... sozusagen nur halbtags gearbeitet, denn ein voller Tag wäre unmöglich gewesen und dann ist das mit dem KGeld schon o.k, ich war ja noch krank und habe auch nur wenige Stundne gearbeitet.

Ich habe mich aber nicht durch die Wiedereingliederung langsam an mehr arbeiten/mehr belasten gewöhnen können... so funktioniert ja BS leider nicht (dann müsste man ja täglich ein bischen auf ihr rumsitzen/ immer ein bischen Gewicht steigern...sozusagen , dass sie sich anpasst.... son Quatsch)... sondern ich habe die Zeit der Wiedereingliedrung genutzt weiterhin gesund zu werden durch die geringere Stundenzahl täglich. (aber wie gesagt, dass wollte ich so, ich habe aber auch nicht so einen körperlich schweren Beruf wie du; ich arbeite eher geistig und organisierend: da reicht es , wenn man angebunden ist und den Rest konnte ich liegend zu Hause erledigen)

Also du siehst es gibt viele Varianten... wichtig ist, guck, wie es dir am liebsten wäre: so nach dem Motto: wie hätten sie es denn gerne, wenn sie sich was wünschen dürften und dann versuch deiner HÄ das plausibel zu machen. Lass dich bloß nicht in ein Zeitchema pressen: so ungefähr: nach 6 Wo muss man wieder nach OP.. jeder Mensch ist anders, jede Heilung ist anders (lesen wir ja ständig hier im Forum, mache sind nach einen halben Jahr nch nicht so weit), von außen kann da keiner reinschauen...

Zitat

aber was ist wenn die Rehaeinrichtung mich als arbeitsfähig entlässt?


dann gehst du zu deiner HÄ und sagst, dass es jetzt doch wieder schlechter geworden :z ist und es noch nicht geht.

LG violac

Bearbeitet von violac am 03 Mär 2012, 17:40
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